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Januar 1619.
». Die III Bünde haben Zürich und Bern geschrieben, daß ihre Herrschaften Veltlin und Cleve»durch die „Banditen" und andere „Widerwärtige" vom Herzogthum Mailand aus mit Uebcrfall bedroht seien. !Sie bitte» für den Nothfall um thätlichc Hülfe und verbinden damit die Anzeige, daß sie ein gleiches Ve- !gehren an Basel und Schaffhausen zu stellen gedenken. Da die Banditen darauf ausgehen, aus Rache ihrVaterland ins Verderben zu stürzen und unter das Joch fremder Fürsten zu bringen, so soll Bünden gcra-then werden, Maßregeln zum Schutze des Landes zu treffen. Obgleich zu hoffen ist, daß Spanien nichts !Gewaltthätiges gegen das Veltlin unternehmen und die Bünde nicht bekriegen werde, weil das Haus Oesterreichanderwärts viel zu schaffen hat, so ist man doch allgemein der Ansicht, daß nicht wohl zu trauen sei. Züricheröffnet, daß es im Nothfall den III Bünden thätliche Hülfe leisten werde; Bern, daß es dasjenige getreu,lieh halten werde, was das Bündniß ausweise; Basel und Schasfhausen sind ohne Instruction, weil vonden III Bünden bisher weder schriftlich noch mündlich etwas an sie gelangt ist. Es wird beschlossen, Zü-rich soll im Namen der vier evangelischen Städte an die Bünde ein Schreiben erlassen, worin dieselbenzu bundesgenössischcr Einigkeit, zur Sicherung von Land und Leuten und zu Haltung guter Cvrrcspvnden)und Freundschaft mit ihren Verbündeten und andern benachbarteil Fürsten und Herreu ermahnt »Verden;inzwischen werde man ein »vachsames Auge auf sie haben und ihnen im Nothfall alle eid- und bundes-gcnvssische Aufrichtigkeit widerfahren lassen. Sollte sich künftig mehr Gefahr zeigen, so werde man auf de»Wunsch der III Bünde eine Gesandtschaft zu ihnen abordnen. Die Gesandten von Bern, wegen desSchreibens lind der in Aussicht gestellten Gesandtschaft ohne Instruction, nehmen die Sache in den Ab-schied. I». Die evangelischen Stände in Böhmen haben ihres jetzigen Kriegswesens halber an die vierevangelischen Städte ein Schreibeil ergeheil lassen. Es wird beschlosseil, denselben freundlich zu antworten.
Da zu Baden beschlossen wordeil ist, daß, wenn bis spätestens ans Lichtmeß der französische Ambassadorkeine namhafte Distribution mache, dann die schon öfter besprochene Gesandtschaft an den König insWerk gesetzt werden solle, so wird für gut erachtet, sich um „bedenklicher" Ursachen willen von den papistischenOrteil nicht zu sondern, vielmehr mit ihnen Gesandte abgehen zu lasseil, ohne Rücksicht auf das Schrei-ben, in welchem der französische Ambassador Miron Zürich versprochen hat, daß bis Ende Februars einenamhafte Summe anlangen werde. Die jüngst abgeredete Tagsatzung soll beförderlich ausgeschriebeil werden,damit mau sich über die Zahl der Gesandteil und was sonst zu der Iiieise Vonnöthen sei, vergleicheil könne.Basel berichtet, daß der König ihm fünf Pensionen und eilf Jahreszinsc schulde; sollte unter den Gesandten,die inan bezeichnen werde, niemand seines Standes gewählt werden, so werde es dessenungeachtet jemandenabordneil. «K. Da bei dem jetzigeil böhmischen Kriege zu besorgen ist, daß Spanien abermals versuchenwerde, fremdes Kriegsvolk durch die Eidgenossenschaft zu schickeil, woraus leicht große Gefahr für das Vater-land entstehen könnte, so soll die Sache auf einer allgemeinen Tagsatzung zur Sprache gebracht werden, fallswirklich fremdes Kriegsvolk durchziehen wollte. Man wird alsdann mit allem Ernst dahin trachten, daßder Durchzug so viel als möglich abgewehrt werde. Die Gesandten Zürichs berichten, daß ihren Herreil undOberen mitgetheilt worden sei, Spanien beabsichtige im Frühjahr eine große Zahl Volks zu Fuß und zuRoß «lach dem Elsaß, das ihm für seine Ansprüche an die österreichischen Lande übergeben werden solle, zuverlegen. Alphvns Casati, der unlängst von Mailand wieder in die Eidgenossenschaft gekommen sei, kaufeeine Menge Getreide auf und habe dem Hauptmann Zweycr lind Anderen befohlen, alles Getreide, das siebekommen könnten, aufzukaufen, welches nach dein Gerücht ins Elsaß geführt werden solle; auch heiße es,daß Casati im Namen des Königs von Spanien dein Grafen von Sulz die Landgrafschaft Klettgau, die mit