1290 Juli 1617.
Vigier, Secretär und Dolmetsch des französischen Ambassadors, und Oberst Jakob Vögelin, Ritter und desRaths von Freiburg, und tragen aus Auftrag des Königs von Frankreich vor: Da die Ursachen des Aufbruchsder beiden Regimenter nicht mehr existiren, indem die Unruhen wieder gestillt seien, habe der König jenewieder entlassen und spreche seine volle Befriedigung aus über deren Haltung und treuen Dienste; des neuenAmbassadors von Myron Abreise sei nur deßhalb bis jezt verzögert worden, weil er die nöthigen Summenfür die ordentlichen Distributionen mitbringen zu können gehofft habe, welche Gelder nun aber für die großenUnkosten der lezten Kriegsempörung haben verwendet werden müssen; man möge diesen Verzug nicht ungutaufnehmen, da der König die Satisfactionen zu leisten und seine gute Gesinnung zu erkennen zu geben eifrigstbestrebt sei. Oberst Vögelin rühmt in'sbesonders, daß die Obersten, Hauptleute und die gemeine Mannschaftin den Besazungen und auf den Märschen in jeder Beziehung Wohl gehalten und behandelt worden seien. Nunwird vorab in einer Zuschrift dem König für seine wohlwollende Gesinnung und für die gute Behandluüg desKriegsvolks der Dank ausgesprochen, mit dem Wunsche, er möchte seinem Erbieten gemäß für beförderlicheBerichtigung der ordentlichen Distributionen besorgt sein. In einem zweiten Schreiben wird Herr von Castilleersucht, seinem Versprechen gemäß beim König anzuhalten, daß nicht allein die ordentlichen Distributionenausgerichtet, sondern auch Anordnungen getroffen werden, daß bei den Tresoriercn die bisher gebrauchten„Finanzeryen, bschiß vnd Betrug", sowohl wegen des bösen Geldes, das sie in höherm Preis ^ als es inFrankreich cursire, zu gemeiner Eidgenossen großem Nachtheil ausgeben, als auch Anderes abgeschafft werde,widrigen Falls man, wenn binnen zwei oder drei Monaten keine Befriedigung erfolge, eine ansehnliche Legatiottan den König abzuordnen entschlossen sei. I». (VII katholische Orte und Appenzell J.-Nh.). Das GesuchUnterwaldens um Fenster und Wappen in die Kapelle, die an der Stelle, wo der selige Bruder Klaus gewohnthat, auf dem Flüeli genannt, erbaut worden ist, wird all rekoronlluin genommen. «. Abgeordnete der StadtSt. Gallen erneuern deren Begehren, die Bestätigung der Freiheiten und Regalien von dem gegenwärtigenKaiser zu empfangen, da St. Gallen wegen seines ausgedehnten Handels im Reich sehr viel daran gelegen sei-Einige Orte halten eine Confirmation für rathsam, die Mehrheit jedoch hat ansdrüklichen Befehl, dazu nichtzu stimmen, weßhalb das Anbringen eingestellt und all reldicixiam in den Abschied genommen wird. Willaber St. Gallen oder das eine oder andere Ort für sich selbst die Confirmation empfangen, so hat man nichtseinzuwenden, findet dagegen jezt den Zeitpunkt nicht geeignet, weil der Kaiser unwohl und der Weg nach Pragzu weit sei und man wegen der vielen Geschäfte des Kaisers allzulange auf Audienz warten müßte. Dagegenwill man sich der St. Galler Kanflente gerne annehmen, wenn ihnen im Reich ein Ungemach zustoßen sollte.«I. Da die im Jahr 1613 aufgestellte Verordnung (S. Abschied 831, b) wider das verderbliche Laster desPracticirens und Trölens um Ämter und Landvogteien in Vergessenheit kommen will, so hat man sie wörtlichin den Abschied stellen lassen, auf daß sie jährlich, wenn die Ämter besezt nverdcn, vor männiglich verlesenwerde. Kein Landvogt darf seine Amtsverwaltung antreten, wenn er nicht zuvor auf diese Verordnungschworen hat; auch keinem Gesandten, er bringe gute Attestate bei oder nicht, soll dieses erlassen sein, sondernes soll unverbrüchlich daran festgehalten werden, v. (S. n. Lauis). K Als Abgesandter der vorderösterreichvscheu Regierung führt Ur, Johann Christian Schmidlin Beschwerde, daß schon seit einigen Jahren und voreinigen Tagen wieder eidgenössisches Kriegsvolk auf seinen Märschen nach und aus Frankreich ohne vorherigesAnsuchen um den Paß mit fliegenden Fahnen und Trommelschlag durch die vorderösterreichischen Lande gezogensei; das könnte aber insonderheit bei jezigen Zeiten bei den Untcrthanen Ungelegenheiten nach sich ziehen, zn»wi