Mai 1613. 112l
Ritter, alle des Raths. Uri. (Abwesend). Schwyz. Heinrich Reding, Ritter, Landaminann und^annerherr; Jost Schilter; Sebastian Bücler, beide alt-Landammann. Unterwalden. Sebastian Wirz,^ndammann; Melchior Jinfeld, Ritter, alt-Landammann und Pannerherr, von Obwalden; Hans Leu, Land-^Uinann; Johann Lnssi, Ritter, alt-Landammann, von Nidwaldcn. Zug. Hauptinann Beat Jakob Branden?^3; Rudolf Kreuel; Beat Heinrich, alle des Raths. Freiburg. Johann Wild, Schultheiß; Peter Zimmer-mann, Sekclmeistcr; Heinrich Lambcrger, Bürgermeister; Anton von Montenach, Stadtschreiber, alle des Raths.Appenzell J.-N h. Ulrich Näff, Landammann; Johann von Heimen, Ritter, alt-Landammann und Panner-^rr. Abt von St. Gallen. Josua Studer, Rath und Hofmeister.
Der spanische Ambassador Alfons Casale hat lezter Tage um einen Aufbruch Kriegsvolks angesucht,Mn damit die in Montferrat ausgekrochenen Unruhen stillen und die dem Herzog von Mantna versprochene^vtection halten zu können, und zugleich diesen Tag ausgeschrieben, um die Antworten entgegen zu nehmen,^un vermeldet er in seinem Bortrage seines Königs und des Gubernators zu Mayland, Markgrafen zu^"ochiosa, bundcsgenössische Freundschaft und gute Nachbarschaft, spricht die Erwartung ans, die Orte werden,^geachtet Uri wegen noch nicht abgehaltener Landsgemeinde abwesend sei, mit den nöthigcn Vollmachten zuBewilligung des Aufbruchs versehen sein, und zeigt an, daß er nächste Tage Deputirte von einigen der interes-^tcn Orte berufen werde, um (dem Abschluß) der Capitnlation mit den Obersten und Hauptlcuten, wie ge-^"hnlich, beizuwohnen. Nach allseitiger Eröffnung der Instructionen und gründlicher Erdaucrung der Ange-^genheit werden einstimmig dem Ambassador die ausgerichteten Anerbieten verdankt und der Aufbruch „mit^Mdtsgnossischcm guttcm willen vnd gcmüct" bewilligt, jedoch unter folgendein Borbehalte von Seiten der^hrheit, nämlich, daß die beiden verfallenen Pensionen laut Versprechen ausbezahlt und inskünftig solche^'övgernngen vermieden werden, daß dem Regiment des Obersten von Beroldingen der vom lezten Krieg her""H ausstehende Rest der Anforderungen berichtiget werde, „Item Erwöllnng halb dcß Obersten vnd Haupt-bisem Bffbruch", ferner daß der Oberst von sich ans ohne die Hauptlcute nichts beschließe, daß man^ der Capitnlation auch ehrlich bedenke, damit sie um so eher tapfere und wohlgerüstete Leute in's Feldkönnen, und daß in Zukunft Neuerungen und Beschwerden, wie im lezten Kriege vorgekommen, es sei^ der Geldwähruug oder andern Sachen, vermieden bleiben. Der Ambassador will aber darüber sich nichteinlassen, sondern es an Ihre Excellenz, den Gubernator, gelangen lassen und dessen Bescheid darüberharten. I». Eine durch den savoyischen Ambassador übergebene Zuschrift des Herzogs Karl Emanucl an° ">it ihm verbündeten Orte, vom 6. Mai, in welcher der Herzog die Gründe angibt, warum er den Kriegden Herzog von Mantua habe beginnen müssen, wird ml rekoronäum in den Abschied genommen. (Demsi>r ^ ^ S. 74 beigelegt: „Warhaffte grundtliche vrsachen, so die F. Durchl. von Sauoy bewegt zu dem^"omlnnen wider den Herzogen von Mantua").
Gesandten aus der Luccrncr Abschiedsammlung und dem Nidwaldncr Exemplar.
zuvor, Freitag den 17., hatte Junker Heinrich Wallier, Dolmetsch des französischen Ambassadors von kastille,y, ein ans diesen Krieg zwischen Savoycn und Mantua bezügliches Schreiben überbracht und beförderliche willfahrendeKri>^ !'Mhrt. Darauf hat Lucern gleichen Tags geantwortet, es bedaure de» in Italien unerwartet ausgekrochenen'Ücn habe, um dessen Beilegung zu befördern, aus die Kunde davon sogleich dem Herzog das Mißfallen darüber zudie gegeben und an die in savoyischen Diensten befindlichen Kriegsleute die ernste Mahnung erlassen, sich nicht gegenMeinung uyd die Kapitulation auf dem Gebiete von Montferrat gebrauchen zu lassen und, falls sie noch auf mout-
141