938
September 1009.
gehrten Aufbruchs von 10,000 Mann ausgeschrieben worden. Nun erörtert er in einem ausführlichen Vortragedes Königs Tugenden, wie derselbe mit Klugheit und Kraft seine Feinde überwunden und den Frieden in ga»iFrankreich hergestellt, und wie er dabei seine Erfolge durch Mäßigkeit gekrönt habe. Er meldet, daß es desse»vielfachen Bemühungen gelungen sei, den Streit zwischen den deutschen Fürsten um die Erbschaft des Herzogvon Cleve so weit zu vereinbaren, daß die zwei Hanptansprecher sich verglichen haben, daß nun aber ErzherMLeopold, der Königin von Spanien Bruder, im Herzogthum Jülich, welches ein Stük der clevischen Erbschasisei, unversehens angekommen und in der Hauptstadt durch deren Gubernator empfangen worden sei, wodurcher wider alles Recht die Ruhe dieses Landes gewaltsam gestört habe. Da man wohl merken könne, daß diesesSpiel vom König von Spanien und vom Erzherzog in den Niederlanden, denen diese Länder der Erbschasigar wohl gelegen wären, angezettelt worden sei und daß der Kaiser, dessen Einwilligung dazu man vorgebein seiner eigenen Stadt genug zu schaffen habe, so habe der König sich veranlaßt gesehen, zu Sicherstelltseines Gebiets seine Cuirassiere und leichte Reiterei an die Gränzen der Champagne zu schiken. Der Kö»'gglaube, er würde der Treue und Tapferkeit der Eidgenossen Unrecht thun, wenn er sie, die zu Erhalttseiner Krone so viel beigetragen haben, nicht dazu berufen würde, an seinen Siegen Theil zu nehmen. Dar»»'nun stelle er das Ansuchen an sie, ihm einen Aufbruch von 10,000 Mann eidgenössischer Kriegsleute zu ^willigen. Da man aus des Königs Schreiben sowohl (vom 0. August), als ans des Ambassadors Vorttentnehmen kann, daß der König diesen Aufbruch zur Defension seiner Person und seiner Länder und Stätbegehrt, und daß dadurch nichts gegen die Vereinung gefehlt wird, so wird der Aufbruch einstimmig bewilligZürich, obwohl in der lezten Vereinung nicht begriffen, stimmt in Betracht des gestellten Begehrens de»»ozu dem Aufbruch. Uri hat keine Vollmacht beizustimmen, wenn ihm nicht zuvor die ausstehenden Zahlut"geleistet werden, will jedoch dem Aufbruch nicht hinderlich sein. Die Gesandten von Glarus, obwohl weg^Kürze der Zeit nicht von der Landsgemeinde, sondern vom Rath instrnirt, melden, ihre Obern werden sichden andern Orten nicht söndern, da der Aufbruch nicht wider die Vereinung, sondern rechtmäßig begehrt we^'Appenzell stimmt unter der Bedingung bei, daß der Ambassador es, wie andere Orte der Eidgenossensch^/halte. I». Dem David Tschiffeli von Biel wird ein unvorgreifliches Schreiben an seine Obern bewilligt, simöchten seinen Handel bis zur angesezten Zusammenkunft in Baden auf sich beruhen lassen.
7««.
Conferenz der die Vogteien Bellenz zc. regierenden III Orte.
Ztrunnen 1K09, 1K. September.
Vande»archiv Nidwaldc».
Gesandte: Uri. Johann Konrad von Beroldingen, Ritter, Landammann; Hauptmann Martin ,,(Epp), alt-Landvogt zu Sargans. Schwyz. Sebastian Büeler, Landammann; Jost Schilter, alt-Landa»»»""Nidwalden. Johannes Lussi, Landammann; Johannes Leu, alt-Commissär zu Bellenz. , ,
(S. u. Bellenz ic.). I». Es wissen die Gesandten ihren Obern zu berichten wegen des Flore» > ^Geschäfts, wie Lucern allen übrigen katholischen Orten geschrieben hat, daß es auf die Begrüßung, s"den Florentiner Ambassador geschehen ist, in Aller Namen gedankt und Glükwünsche ausgesprochen habe.