Juni 1604.
KM
6. Denne jo M den Paß belangt oder Transit deS Volcks, ist znni aller ersten gerct, das keyn Paß solle erlaubtwerden dan allein zur Erhaltung vnd Beschirmung des Herhogthnmbs Sauoy, Burgunds und Ridcrlandts, Dcscnsine und°fsensiue.
Sovill das Herhogthuinb von Snnoy belangt, so hat schon die Landtschafft Walliß Pilndtnnß mit dcmselbigcn, das es!ein Ernllwrung ?vür, sonders ein bestetigung.
Burgunds halben so sindt die dryzechen Ort Loblicher Eydtgnoschafft mit sampt Filrstl. Gnaden von St. Gallen dieKlient Erbeinnng mit einander, da nit zu vcrhoffcn, das zu Beschirmung vnd crhaltnng dcrselbigen beyden Herrschafstcn dervill werde gebrncht iverden, vnd allso von wägen dersclbigcn beyden Herrschafstcn möchte der wäg vbcr den Simpel-^!l gebracht werden.
Wägen des Niderlandts aber vber St. Bernhartsberg, allein doch mit volgenden Conditionen vnd vorbehaltnissen:Zum andren *), damit kein gsar zu erwarten sye, so sollent nit mehr dan zweyhnndert man vff einmal rcysen, sy sollent^lyt ein Tagreiß wyt von einander sein, Dieselbigen sollen! auch kcyn Hache wär by ihnen haben, sonders dieselbigen Jn-wachen vnd Jnballe», auch nit zu ihnen nemnien, Sy stgen dan vbcr Sanct Vtorihcn hinanß.
Zum dritten, zu Versicherung des Landts Wallis so soll ei» Wacht, zwo oder dry vffgestelt werden durch die Herrn Im^>?dl „ach ihre»? Wollgcfallen, doch in des Königs kosten, vnd solle ihr k. M. geben alle Monat, so lang der Durchzugwehre» wirdl, dryhnndcrt Pistoletkroncn.
Zum vierten, das nit beyde Päß einsmals sollent gebracht werden, sonders man der ein gebrncht wirt, soll der anderW sthan.
Zum Mufften, domil dem gmeynen nian der gedachten Löblichen Landtschafft kcyn nachtheyl noch schaden discr Durch-bringt'?? ?nöge, so soll das Volck, so allso dnrchreysei? wärt, selbst sei»? Speys; vi?d Tranck mit sich bringen vnd tragen,b)e dai? fach, das der vberfluß ai? Spysci? vorhanden vnd gntwilliklich die La??dschafft vmbs gält Spyß gebe?? vnd ver-wüsten wölte.
Vi?d ?vo andre Mittel noch vorhanden, die zu besserer Versicherung Löblicher Landtschafft dienen möchtindt, ist manb»»li willig die zu verneinmcn vnd sich zu accomodieren.
Zu diser Frindtschafft vnd Pilndtnnß habe?? die Herren Gsanten von Cutolischen Orte?? die Löbliche Landtschafft Wallissrindtlich vnd Eidtgnosisch ankert vnd gebcttcn, sye ?völle sich von Eatolischcn Orten nit siindrcn, sonders dicselbigc"k'ndtschasft, i,? welcher sy sindt, annemmcn v>?d nit abschlagen, wyc das schräbei?, so sy gcthan, vßwyse vi?d des Gnber-'wlors schräbei? auch, ivelche schräken sollent auch vor den Gmeinden verläsen werden.
Dardurch der Catholischen Ortei? guthertzigkeyt gspärt vi?d crkent ivärt, die ai?ders >?yt winschen i?och begercnt, dan^r>m alle wollfahrt, Ehr, Reputation, hoches Anstehen, Nnhbarkeyt vnd ?vc>llstai?dt der ganhen Landtschafft Wallis, zu derenluich wollen! sehen Läb, Ehr, Blut vnd gut vnd Alles, was der Allmechtig Gott ihnen geben hat zu Erhaltung vndMlirmung diser Löbliche?? Landtschafft, wye dan auch dieselbigen gedachte Cntolische Ort dasselbig zu erzeägen vnd bewysenwollgewoge,, v??d gencygt ist, vcrinög vi?d J??halt vffgerichter Loblicher Pändtnussen, Burg- vnd Landlrcchtcn. Gott den All-wechtige?? pittc??de, der wöllc beyde ?vollvcrn?ellte stc??dt in langwiriger v??d gläcksäligcr Regierung vnd Wollstandt erhaltenbeivahren. Amen.
Es wärt! begert ein willfärigc A??t?vort, v??d dicwyl die Herren Gsandten von de?? Siben Zenden des Haiidels halbenkrall nit ,nit volinechtigem Befelch abgesertiget worden, so soll doch eii? Ordnung beschechen, das färdcrlich die Gineynden^^'llt, damit sy init einer willfärigen Antwort begegnen mögint. Solches stadt zu jeder Zeyt ganh srii?dtlich v??d E?)dt-^'ösisch ^ beschult??'?? v??d z?? verdienen."
Siadtarchw Sitte»? Biindnisse und Briese der lvbt. eidg. Otte, Dd. II.
Mit Schreibe?? vom 9. Juni (alt. Kal.) 1694 warnen die IV evangelischen Städte Wallis vor den? Abschluß der nach-bftiichto» Vereinigung mit Spanien, bei der es sich spanischer SeitS weniger nn? das Hcrzogthnni Mailand, als um dieMbeinillignng durch die Landschaft Wallis handle, die bei der gegenwärtigen Zeitlage aber nicht nur Wallis selbst, soi?dern"wnientijch auch Neri? und der gesummten Eidgenossenschaft zu merklicher Gefahr, Rachthcil und Schaden gereichen wärde.
Ebenda.
*) Ein vorgehender Passus „Zu??? ersten" fehlt in der Vorlage.