Mai bis Juli 1004. K95
endlich beklagen sich die zugewandten Orte, daß sie in Bezahlung des Jahrgelds für zwei Studenten nichtEhalten werden, wie andere Orte. Das seien alles Sachen, welche der Eidgenossenschaft zum größten Schaden""d Nachtheil gereichen; deßhalb bitte sie, der König möchte sich ihrer alten treuen Dienste gegen die Krone^cich gnädigst erinnern, die Beschwerden Wohl zu Gemtithe führen und Anordnungen treffen, daß die^prochenen 400,000 Kronen nebst einer namhaften Summe berichtiget und fortan jährlich eine bestimmte. " a ans je 100 oder 1000 bezahlt werde, damit die Schulden von Jahr zu Jahr sich mindern. Nach diesemertrage haben sie dem König ihre Instruction überreicht. Derselbe habe sie darauf allergnädigst begrüßt und""gefähr Folgendes geantwortet: Er wisse der Eidgenossenschaft für ihre treuen Dienste billigen Dank unde stets zu zeigen gewünscht, wie sehr er ihre Wohlfahrt zu befördern strebe; deßhalb wolle er den mitge-0 ten Bortrag seinen Näthcn zustellen und ihnen anbefehlen, Alles zu thun, damit die Eidgenossenschaft be-^ >gt werde. Nach der Audienz habe sie der König tractiren lassen und habe der „junge Prinz Delphin)e fleschen sines wyns über das nachtcssen vereeren lassen." Tags darauf seien sie mit dem Ambassador" Cauinartiu nach Paris znrükgefahrcn. Da ihnen aber bis zum 26. keine Antwort zugekommen, haben sie'" Herrn von Sillery vorgestellt, daß sie nun bereits drei ganze Wochen in Paris seien, daß sie auf der"Mechuuug Baden Bericht erstatten müssen und daß ihre Obern ohne Zweifel über ihr langes Ausbleibenwundert sein werden, und ihn gebeten, die Antwort so viel möglich zu befördern. Worauf Herr von Sillerywidert habe, daß der König und sein Rath wichtiger Geschäfte wegen so lange in St. Gcrmain aufgehaltendaß übrigens inzwischen in der Sache fortwährend gehandelt worden sei, sie möchten daher noch ein^ ^ Geduld tragen. Mittwoch den 60. sei endlich Herr von Caumartin zu ihnen in ihre Herberge gekommen,"u Auftrage des Königs bemerkt, daß die Sache wegen der Wichtigkeit einiger Artikel noch nicht zumlusse gediehen sei, weßwegcn sie noch einige Tage Geduld haben möchte». Obschon ihnen dieser Aufzug"6 beschwerlich vorgekommen, haben sie sich doch bemüßiget gesehen, zu warten und haben am 1. Juli einens/ Boten an die in Baden versammelten Rathsgcsandtcn abgeordnet, weit sie vorausgesehen haben, daß^ "'cht mehr zur rechten Zeit dort werden eintreffen können. Am 3. Juli habe sodann Herr von Sillery^ sich komme» lassen und ihnen in Gegenwart des Herrn von Caumartin eröffnet, sie haben vom König" Auftrag erhalten, mit ihnen über die Artikel zu conferircn. Bei dieser Confcrenz haben dieselbe» bei jedem' ^ Erläuterung begehrt, wie derselbe zu verstehen sei, habe» bemerkt, was versprochen und nicht versprochenk» und was ihnen billig, was ihnen nicht billig vorkomme, was Alles darauf ausgegangen sei, die cid-. wschen Gesandten zu bereden, daß man sich über das Eine und das Andere zu beklagen keine Ursache habe,iyvr^ leztere bei jedem Artikel nachzuweisen, gesucht, was bezüglich dessen versprochen und verabschiedete», und zu verstehen gegeben haben, welche Ungelegenheiten ihren Obern und deren Unterthanc» daraus^ "Isen seie„, ,,»d was, im Fall nicht bessere Satisfaction erfolge, mit der Zeit dem König Nüzliches oder^chcheisiges in der Eidgenossenschaft erfolgen möchte; schließlich haben sie sie gebeten, ihre Resolution undZu Artikel ihnen schriftlich mitzntheilen. Am 6. Juli, als sie eben bei Herrn von Caumartin
"n gewesen, sei ihnen die Antwort des Königs in ihre Herberge geschikt worden. Den folgenden MorgenhKönig von Paris abgereist. Am 7. Juli seien sie vom venetianischen Ambassador tractirt worden,Zl ^ Herrschaft Venedig Gewogenheit und Freundschaft gegen die Eidgenossen versichert habe. Ans diee>»c ^ ^ Königs, in welcher sie zu ihrem Erstaunen gar schlechtes Entgegenkommen gefunden, haben sie^ Replik abgehen lassen. Am 9. Juli in deS Großkanzlers Haus beschieden, sei ihnen von diesem und
habe