Druckschrift 
5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
Entstehung
Seite
678
Einzelbild herunterladen
 

K78 Januar 1604.

»

gegen sie aussprechen. Was nämlich die gefährlichen Läufe und das daraus fließende Mißtranen anbelange,so seien die IV Städte wegen ihren steten Rüstungen, Musterungen und Wachenanfstellungen gegen die katho-lischen Orte selbst die Ursache, indem diese dergleichen nicht thnn und sich ruhig verhalten; dieses feindseligeVerhalten sei uneidgenössisch, wider die Bünde und der frommen Altvordern löbliches Herkommen und könnenicht zu Frieden, Ruhe und Einigkeit dienen; die katholischen Orte begehren, daß man ihnen die Unruhestifter,welche bei ihnen sei» sollen, nenne und die Ursache des Mißtranens angebe, ferner daß man die unchrbarenSchmähgedichte, Mappen und Bilder wider die katholische Religion, die geistliche Obrigkeit, ja gegen die katho-lischen Orte unterdrüke und die Unruhestifter ernstlich bestrafe, und daß man sich gegenseitig helfe, eine guteOrdnung und Reformation zu vereinbaren; dadurch würde das Mißtrauen beseitigt und das Vaterland vorfremder Gewalt gesichert. Das Bundbeschwören belangend, so finde man jezt die Umstände dazu nicht geeignet,die Sache auch nicht so ggr dringend, da die eidgenössischen Bünde ewig währen, die katholischen Orte dieselbenauch stets ehrlich gehalten haben und auch fernerhin halten werden, sofern es ihnen gegenüber auch geschehe;zu dessen Bestätigung seien sie bereit, alle jezt im Vaterland obschwebenden Differenzen mit gutherzigem Eiferhinlegen zu helfen. «I. Das Gesuch des Doctor Pistorius (Dompropst zu Breslau, kaiserlicher Rath undLandmann zu Uri und Schwyz) an die VIII katholischen Orte, vom 22. Januar, ihm zu einem öffentlichenGespräch mit den zürcherischen Prädicanten zu verhelfen, um deren Schmähschrift wider die katholische Religion,die geistliche Obrigkeit und ihn widerlegen zu können, so wie sein ferneres Ansuchen, sein unterm ll. Januarzugeschiktes einläßliches Memorial vor versammeltem Nathc verlesen zu lassen, werden in den Abschied ge-nommen. «. Da laut Bericht des Doctor Pistorius die kaiserlichen Gesandten auf nächster Tagsazung zuBaden eine endliche Antwort in Betreff des Mühlhauserhandcls fordern werdet«, so soll jedes Ort seine Ge-sandten mit angemessenen Instructionen versehen. Hinsichtlich der Frage, ob man die Mühlhauser wieder inden Bund aufnehmen wolle, soll man sich auf den Bescheid auf leztcr Jahrrechnung beziehen und erklären,daß man sich nicht weiter darüber entschließen könne, weil mau seither keine von den angedeuteten Vorschlägenerhalten habe. t In Zürich werden Lästerschriften, Bilder und Gemälde, durch die die katholische Religion,die geistliche Obrigkeit, die höchsten katholischen Potentaten und Stände und ansdrüklich die katholischen Ortegehöhnt werden, öffentlich verkauft. Deßhalb soll man die Gesandten ans nächste Tagsazung instruiren, denGesandten Zürichs dieses vorzuhalten und von den protestirendcn Orten Abschaffung solcher Dinge und Be-strafung der Druker ernstlich zu verlangen, Man will zu Baden anhören, was betreffs der Angelegenheitder III Bünde und deren ungeziemenden Vortrags gegen die katholischen Orte und deren Anspielungen inihrem lezten Schreiben vorgebracht werden wird, und dann gebührend antworten. I». Da die von Wallissich gegen Bern über Besteuerung ihrer ans bcrnischem Gebiet gelegenen Giiter beschweren, will man zu Badenmit den Gesandten Berns darüber sprechen und denen von Wallis rathen, was man für das Beste findet.I. Zug soll dafür sorgen, daß ein zuverläßiger Bericht in Betreff derSchmach-Mappa" von Zürich nachBaden komme. k Auf den Wunsch der Stadt Rvttweil wird an den französischen Ambassador wegen derversprochenen Pension geschrieben; sollte es nöthig werden, so will man sich beim König selbst zu ihren Gunstenverwenden. Überhaupt wird Rottweil aller brüderliche Beistand zugesichert. I. Nach Verlesung einer ZuschriftdeS Königs von Frankreich in Betreff der Zahlungen hält man für nöthig, daß die katholischen Orte fest zu-sammenhalten und darauf dringen, daß die ihnen gemachten Versprechungen gehalten werden, und daß die ka-tholischen Orte nicht mehr mit den protestirendcn, die nur ihren Vortheil suchen und von sich aus mit dem