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5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
Entstehung
Seite
619
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Deccmber 1602. KI 9

der Obrigkeit, in deren Herrschaft sie sich betreten lassen, behändiget und ihrer ordentlichen Obrigkeit aus-geliefert werden.

Man sehe auch im Abschnitte Herrschastsangelegcnheiten:

Bern-frcib. Bogt iibcrh. '» Art. »I.

Bogtei Grands-». »' Art. MI.

Conferenz der IV evangelischen Städte.

Zara«. Ikyil, 2. Aanuar (1602, 23. Dccenibcr alt. Kal.).

Staatsarchiv Zürich. Abschieddd. IZt, S. ZK».

Gesandte: Zürich. Konrad Großmann, Bürgermeister; Hans Heinrich Holzhalb, Panncrhcrr und desRaths. Bern. Hans Rudolf Sager, Schultheiß; David Tscharner, des Raths. Basel. Jakob Götz;Andreas Nysf, beide des Raths. Schaffhausen. Georg Mäder, Bürgermeister; Doctor Heinrich Schwarz,des Raths.

». Die bernischcn Gesandten eröffnen, Bern habe wegen der großen Wichtigkeit des Vorfalls in Genf,der nicht allein Genf und Bern, sondern auch das mit Genf verbündete Zürich betreffe, fiir nöthig erachtet,»ur mit Vorwissen der andern evangelischen Städte zu handeln, und bitte um Rath, wie in der Sache vor-zugehen sei, damit Genf und Bern in etwas mehr Ruhe und Sicherheit kommen mögen, und ob man eineansehnliche Kriegsmacht, wie Genf andeute, Hinschiken wolle, um den Herzog zu schreke» und zum Rükzug zuuöthigen und so zu einem Frieden zu gelangen, oder ob man nach andern Mitteln suchen wolle. Der Abge-ordnete Genfs, Herr Dauphin, schildert hierauf ausführlich der Herzoge von Savoyen, besonders des jezigen,Aussäzigkeit und feindliche Gesinnung gegen Genf, den lezte Woche (11./12. Decemb. alt. Kal.) von demselbenunternommenen »»versehenen Überfall der Stadt und deren wunderbare Rettung; er bemerkt, der Herzog hätteohne Zweifel, wenn ihm sein Anschlag gelungen wäre,wyter truckt", zuerst die bernische Landschaft angegriffenund wäre dann immer weiter vorgedrungen, (denn dieses sei noch eineBironische pratick, vom Bapst vnd synenanhengere» angerichtet"); man müsse daher auf Gegenmaßregeln bedacht sein. Wenn der Feind sich auch umetwas zurükgezogcn habe, so sei er doch noch in großer Zahl zu Roß und Fuß in der Nähe der Stadt, so daßZu besorgen sei, er werde sie, wenn auch nicht belagern, doch sonst blokieren und neue Festungen anlegen, wasder Stadt noch unleidlicher wäre. Er bittet dringend, diese ernste Sache wohl zu überlegen und der Stadtdie nöthige Hülfe zu senden, um sie vor Untergang zu erretten. Die Gesandten Zürichs eröffnen, ihre Obernwerden auf den Fall der Roth und Mahnung gegen ihre Eidgenossen von Bern und Genf sich erzeigen, wieos getreuen Bundesgenossen zukomme und soviel in ihren Kräften stehe; bereits haben sie ein Fähnchen von300 Mann ausgerüstet, machen vier andere bereit und daneben sei auch das Stadtpanner, wie üblich, besezt.Die Gesandten Berns verdanken diese freundeidgcnössische Erklärung und bemerken des Fernern, Bern findebedenklich, nach dem Wunsche Genfs eine Armee in'S Feld zu führen, indem dadurch der Krieg gegen denHerzog und dessen Anhang ein offener würde und allsobald mehr Böses als Gutes daraus erfolgen möchte;Bern halte demnach ein solches Vorgehen für verfrüht, nachdem der Anschlag mißlungen sei und es bereits300 Mann als Besazung nach Genf geschikt habe; es sei nicht anzunehmen, daß der Herzog die Stadt belagern