Juni I60li.
zuordnen gedenke, um von ihm zu vernehmen, ob diese Verzögerung sein Wille und Meinung sei, antwortetder Ambassador schriftlich, es sei des Königs fester Wille, die bei Aufrichtung der Vereinung versprocheneMillion« Goldes z» bezahlen; vor ungefähr acht Tagen seien vierzig Maulthiere mit dem restirenden Geld zuSolothurn angekommen, das alles zu Bezahlung der Obersten und Hauptleute und anderer Creditoren ver-wendet werden solle; die Austheilung werde sogleich vorgenommen werde», wenn der vom König begehrte Auf-bruch abgezogen sei. Wird in den Abschied genommen, damit jede Obrigkeit „vfssehens habe", ob diesemVersprechen stattgctha» werde, „wo aber nit, das jede Oberkeit den Iren verholsfen sye und die Mittel mitBotten schicken an die Hand genommen werden." «. Nach Überreichung seiner Creditive eröffnet EscuyerBenoit im Namen des Parlaments zu Düte und der Freigrafschast Burgund vor den Gesandten der XIIIOrte, es werde den Eidgenossen in frischer Erinnerung sei», wie der verstorbene Graf von Champlyte alsGubernator regiert und ein gutes Einvernehmen mit ihnen unterhalten habe; die Grafschaft entbiete ihnen»nn, bis ein neuer Gubernator ernannt sei, ihren freundlichen Gruß und alle nachbarliche Freundschaft, undschike hiemit zu Bekräftigung der Erbeinung das jährliche Erbeinnngsgeld. Mit besonderem Wohlgefallen sehedie Negierung der Grafschaft der Eidgenossen Einigkeit und bitte zu Gott, daß er sie stets dabei erhaltenmöge; die Grafschaft vertraue der Eidgenosse» gewohnten Fürsorge, daß nichts wider die Verträge der Erb-einung vorgenommen werde. Des Gesandten Gruß und Anerbieten werden verdankt. Die Begriindetheit einerihm eröffneten Beschwerde der Kaufleute über einen neuen Zoll zu „Biorne" stellt er in Abrede. «I. ZuBeilegung des langwierigen Tauschhandels um Biel haben Abgeordnete der zehn Orte zu Bern einen Vergleichentworfen, dem Frciburg und Solothurn nunmehr ihre Zustimmung ertheilen. Auch Bern genehmigt ihn undwünscht, daß vier oder sechs Gesandte bezeichnet werden, um dem Act der Eidcntbindung Biels ab Seite desBischofs und Jneidnahme von Seite Berns beizuwohnen und allfällige Anstände beizulegen. Bern und Bielwird nnn überlassen, drei Gesandte von den Städten und drei von den Länder» hiefür zu bezeichnen; fernersoll Bern den Bischof ersuchen, ebenfalls Säze aus den gegenwärtigen Gesandten zu ernennen. «. Als Ab-geordneter der Stadt Mühlhausen bittet Stadtschreibcr Georg Zichle die katholischen Orte dringend, ihrenUnwillen gegen Mühlhausen fallen zu lassen und eS wieder 'in den alten Bund aufzunehmen; das werde esbei allen Gelegenheiten mit Gut und Blut zu beschulden und zu verdienen wissen. Die Gesandten der katho-lischen Orte aber müssen gemäß Instruction die von Mühlhausen in ihrem Begehren abweisen, bitten jedochdie fünf mit jenem noch verbündeten Orte, ihnen dieses nicht übel zu nehmen. Leztere haben diesen Entschlußnicht erwartet und lassen dahin gestellt, ob cS bei Aufgebung des mühlhausischen Bündnisses „förmklich zn-gangcn"; sie nehmen übrigens die Sache in den Abschied, t Zürich führt Beschwerde, daß der Anken aufden Alpen »nd bei den Häusern durch eigennüzige Fürkäufler aufgekauft und dadurch verthenert werde, undbegehrt, jedes Ort möchte diesen Fürkanf verbieten und dafür sorgen, daß Ziger, Käse und Anken auf diefreien Märkte gebracht und daselbst verkauft werden. Wird in den Abschied genommen. I. (S. ». Thur-gau). ,»». Schwhz beschwert sich, daß GlarnS ans die Vogtci Gaster und Windegg wieder einen Vogt evan-gelischer Ncligion erwählt, obschou es im Jahr l!»A4 schriftlich und im Jahr 15!14 durch Landammanu Tschudimündlich die Versicherung gegeben habe, daß solches nicht mehr geschehen werde, und bittet z» Vermeidung vonUnruhen Glarns dahin zu vermögeu, daß cS einen Vogt katholischer Religion ernenne. Nachdem hieraufLandamman» Bäldi entgegnet hat, daß der Bogt mit Mehrheit erwählt worden, daß er wiederholt auf Tag-
saznugen neben den Gesandten von Schwhz gesessen, daß GlarnS bei Besezung seiner Vogteieu und Ämter ein
77