September ll!ttk.
Namen verdiene. Während des Krieges habe der König seine Tapferkeit nnd die Stärke seiner Waffen ge-zeigt, in Zeiten des Friedens aber seine Klugheit nnd Herzensgiite leuchten lassen; alle Zwietracht sei imKönigreich erloschen und die Rnhc werde erhalten durch die Kraft des Königs und die Liebe seiner Unter-thanen, die in ihm einen gewaltigen großen König fürchten und ihn zugleich als einen gütigen Vater liebenund verehren. Der König habe keine andere Sorge, als seine Unterthanen glüklich zu machen, Akerbau, Ge-werbe und Handel in Aufschwung zu bringen und gute Ordnung nnd Polizei zu handhaben. Dieser großeKönig wünsche der Eidgenossen Freundschaft nnd die Vcreinung mit ihnen, und zwar in der Weise, wie siemit den bisherigen Königen von Frankreich bestanden habe; er wolle dadurch Niemanden beleidigen und auchden Frieden nicht trüben, sondern ihn erhalten. Durch den Frieden zu Vervins mit Spanien, durch die Friedenzu Paris nnd Lyon mit Savoyen habe er genügende Proben seiner Aufrichtigkeit abgelegt. Der König ver-spreche, bezüglich der Zahlungen nnd aller andern nothwcndigen Conditioncn alle mögliche Satisfaction zugeben, und habe dem Ambassador nnd ihm Vollmacht ertheilt, über die Erneuerung der Vereinung mit denEidgenossen zu tractircn; er vertraue ihrer Weisheit nnd Rechtlichkeit, man werde zn verhüten suchen, daßman in Znkunft nicht mehr in die früher» Unfälle gerathe, wodurch er in Schulden gestürzt worden, die ver-mieden geblieben wären, wenn man bei den Konditionen der Vcreinung geblieben wäre; damit wolle er übrigensNiemanden beleidigen, sondern es gebiete ihm seine Pflicht, die Wahrheit zu sagen, damit dergleichen Zufällenicht mehr vorkomme» und man nach Ermittlung der Größe der Schulden erkenne, daß man bei Bezahlungderselben billige Rüksichten walten lasse. Er hoffe schließlich, die göttliche Güte werde den König nnd seinLand und die Eidgenossenschaft in ihrem Schnz nnd Schirm erhalten. — Da man hierauf zu antworten nichtinstruirt ist, entschließt man sich, die Sache in den Abschied zn nehmen. Und weil in dem Vortrage nichtsgesagt ist, wie die Orte nnd ihre Obersten und Kriegsleute für ihre wohlverdienten ausstehenden Anforde-rungen, es seien Anleihen, Kriegs- oder Friedgelder, bezahlt werden sollen, und man schon vor achtzehn Monaten dein Herrn von Mortefontaine erklärt hat, daß man, bevor man über die Erneuerung der Vcreinungeintreten könne, wissen wolle, wie diese Exstanzen sollen berichtiget werden, so wird für rathsam erachtet, vordem Jmbis, zn welchem man von Seite der französischen Gesandten eingeladen ist, diesen des Königs gnädigeund wohlwollende Gesinnungen angemessen zn verdanken und ihnen zu bemerken, daß man, bevor man sichiibcr den angehörten Vortrag aussprechen könne, zu erfahren wünsche, wie und wann der König den Eidgenossendie schon so lange erwarteten Zahlungen z» berichtigen gedenke, nnd daß, falls das nicht geschähe, zu besorgensei, die Herren und Obern werden auf diesen Vortrag nicht antworten können. Auf den Wunsch der franzö-fischen Gesandten („diewyl es zimlich spaat und die Zht has Imbiß zenemmen begerindt sh") wird ein Ausschußvon zehn Gesandten, nämlich vier von den Städten, vier von den Ländern und zwei von den Zugewandten,bezeichnet, welcher am folgenden Tag mit den französischen Gesandten über die Artikel der Vereinung tractircn(weil, wie die königlichen Gesandten erklären, eine solche Verhandlung mit gemeinen Gesandten nur zu ,;wyt-lonffigkhcyt" führen wiirde nnd es bisher auch nie geschehen sei) und die Deklaration, wie der König dieAnsprachen berichtigen wolle, vernehmen nnd dieses wiederum vor die Gesandten aller Orte und Zugewandtenbringen soll. — Auf die Anfrage des Ausschusses, wie viel der König für dießmal gemeiner Eidgenossenschaftzu bezahlen gedenke und was sodann später über die baar erlegte Snnime den Orten und Zugewandten jährlichzukommen werde, beziehen sich die französischen Gesandten auf ihren gestrigen Vortrag, entschuldigen den Königmit seinem durch die langen Kriege und Leiden verarmten Volke, hoffen Besserung in Folge des nun her-