März IÜ00.
Gemein-eidgenössische Tagsazung der XIII und zugewandten Orte.
Sokothurn. 1l»W, t». März.
StaatSarckiv Lucern. Allgemeine Abschiede 1111«. 629.
Gesandte: Ziirich. Johann Keller, Bürgermeister; Hans Escher, Sckelineister und des Raths. Bern.Albrecht Manuel, Statthalter; Anton von Grafcnried, Venner und des Raths. Lncern. Ludwig Schürpf,Ritter, Schultheiß. Uri. Emannel Beßler, Landammann; Gideon Stricker, Statthalter und des Raths.Schwyz, Ulrich Anfdermaner, Landammann; Sebastian Biielcr, des Raths. Unterwalden. WolfgangSchönenbiihl, Landammann, von Obwalden; Niklans Leu, Ritter, Landammann, und Johann Waser, Ritter,alt-Landammann, von Ridwalden. Zug. Beat Uttinger, Amman»; Hans Nußbaumer, des Raths. Glarus.Jost Tschndi, Landammann; Melchior Marti, alt-Landvogt zu Baden. Basel. Melchior Hornlochcr; Se-bastian Beck, beide des Raths. Frei bürg. Johann Meyer, Schultheiß; Johann Python, Sekelmeister unddes Raths. Solothnrn. Lorenz Aregger, Ritter, Schultheiß; Wolfgang Degenscher, alt-Schnltheiß; LudwigGrimm, Venner; Peter Sury, Sekelmeister. Schaffhausen. Georg Mäder, Burgermeister. Appenzell.Konrad Tanner, Landanunann; Johann von Heimen, alt-Landammann und Pannerherr, von Jnner-Nhodcn;Sebastian Thöring, Landammann; Paulus Gartenhauser, alt-Landammann, von Anßer-Rhoden.
Abt von St. Gallen. David Studer, Hofmeister. Stadt St. Galle». Hans Jakob Zollikofer.Wallis. Johannes in Alben, Landeshauptmann. Mühlhausen. Georg Zichle, Stadtschreiber. Rottweil.(Entschuldigt). Biel. Hans „Kerel" (Aprel), Sekelmeister; Martin Scholl, Stadtschreiber, des Raths.
«. Auf Begehren des Königs von Frankreich hatte sein Ambassador de Mortefontaine diese Tagsazungausgeschrieben. Nach Überreichung seiner Credenzbriefe eröffnet dieser nun, daß der König eine Erneuerung derVereinung mit der Eidgenossenschaft wünsche, indem er unverholen bekennen müsse, daß er in Friedens- undKriegszeiten keinen bessern Beistand, keine zuverlässigere Zuflucht gefunden habe, als eben in dieser Freundschaftund Vereinnng mit den Eidgenossen; auch die Eidgenossen haben erkennen können, wie ihre Freundschaft mitFrankreich ihnen stets von großem Vortheil gewesen, indem nicht allein die benachbarten, sondern auch ent-ferntere Fürsten ihre Freundschaft gesucht haben. Der König habe die Zuversicht, daß die Eidgenossen gegenihn eben so große Gutherzigkeit und Achtung hegen, wie er gegen sie, und wünsche günstige und baldige Re-solution. Der König bedanre, daß die Bezahlung der schuldige» Summen so lange sich verzögert habe, ver-traue aber ihrer Einsicht, daß sie im Hinblik auf die immerwährenden Kriege in Frankreich, welche alle seineEinkünfte in Anspruch genommen und seine Unterthanen arm gemacht haben, eine Entschuldigung für ihn findenwerden; er, der Ambassador, könne versichern, daß er diese schwierige Negotiativn nicht gerne ans sich genommen,daß ihn aber das ihm bisher erzeigte Wohlwollen ermuthigt habe und daß Niemand der Eidgenossen Tugendund Tapferkeit mehr schäze als er. — Weil die Gesandten aber keine andere Instruction haben, als anzuhören,wird ei» endlicher Beschluß nicht gefaßt; dagegen ist man einig, daß das Begehren des Königs auf Schwierig-keiten stoßen werde, wenn nicht zuvor eine namhafte Summe an die schuldigen Zahlungen geleistet würde.Deßwegen wird der Ambassador durch einen Ausschuß angefragt, ob er keine weitern Instructionen habe. Derselbeerwidert, der König wünsche nur zu erfahren, ob die Eidgenossen Willens seien, die alte Freundschaft undVereinnng zu erneuern; wen» sie sich dazu verstehen, werde er sogleich die Personen, welche über die Vereinung
L7