8K 4 Februar 1595.
auszuschließen. Endlich verstehen sich die Gesandten der acht Orte dazu, jedoch mit dem Vorbehalt, daßin Zukunft nicht mehr geschehe und daß es ihren Obrigkeiten a» ihrer Ehre, an ihren Regalien und Briefsohne Nachtheil sei, und mit der Erklärung, daß, wenn in Zukunft wieder ein Fürst eine solche allgeinc"'^Tagsazung ausschreiben sollte, dann die VII katholischen Orte samiut Appenzell ihre Gesandten anSdritkliwdarüber iustruiren sollen, ob sie mit und neben den Gesandten von Mühlhauscn sizen dürfen oder nicht, da»"!sie sich zu verhalten wissen nnd sich gegenüber ihren Obrigkeiten verantworten können. I». Nachdem Hiera»?Zürich die Ursache gegenwärtiger Zusammenkmifl auseinander gesezt, eröffnen die kaiserlichen Cvmmissarien,*)wie der Erbfeind der Christenheit, Sultan Amnrat, den im Jahr 1591 mit dem Kaiser verbrieften achtjäh'rigen Waffenstillstand ohne Ursache gebrochen, in Croatien und Ungarn eingefallen, den kaiserlichen Botschaftin Konstantinopel in Eisen geschlagen, bis derselbe ini harten Gefängniß gestorben sei, wie er viele TausendChristen theilS niedergehauen, theils in Sclaverei geführt, Länder verwüstet nnd die Gränzfestung Raab eroberthabe nnd nun gewaltige Rüstungen mache, in's Reich vorzudringen. Diesem Unglük könne nur durch e»^gemeinsame Anstrengung aller Christen begegnet werden; bereits habe der Kaiser unter großen Opfer» ^bedeutendes Heer an der Gränze aufgestellt nnd init den christlichen Königen nnd Fürsten Unterhandlung^»für Mitwirkung angeknüpft; bereits rüsten sich auch die Ritterschaften im Reich, um ein ansehnlichesans eigene Kosten im Feld zu erhalten; auch der Papst, der König von Spanien nnd die vornehmsten >t»^nischen Fürsten rüsten sich zu Wasser und zu Land, selbst der König von Polen »nd der Moskowiter wolle»gleichfalls diesen christlichen Fcldzug unterstüzen; mit dem Fürsten in Siebenbürgen, Moldan, Wallache! n»dBulgarien sei ein Bündniß abgeschlossen nnd durch eine Hcirath bekräftiget worden; weil aber die Türken »»^durch vereinte Anstrengung der Christen können abgehalten werde», Mord, Brand, Plünderung, Sclaverei »»dden mohamedanischen Glaube» in die ganze Welt zu verbreiten, Wien zu erobern, in die ebenen, fruchtbar"Länder und Kreise des Reiches vorzudringen, die Eidgenossenschaft und deren zugewandten Orte im Rilke» Z"fassen und endlich den größten Thcil der Welt unter ihr Joch zu bringen, so sei der Kaiser auf dem lezte'Reichstage zu Regensburg von den Kurfürsten, Fürsten und Ständen nnterthänig gebeten worden, diese Gesaauch der Eidgenossenschaft nnd deren Zugewandten anzuzeigen, in der Hoffnung, daß sie zur ErhaltungBaterlandes, des christlichen Glaubens, ihres Leibs und Guts, ihrer Weiber nnd Kinder auch daS Ihrige ^sezen und in die Fußstapfen ihrer tapfern Altvordern treten werden, welche oft freiwillig, nur aus rühmlich^'Eifer für die christliche Religion, gegen die Ungläubigen gestritten haben. Der Kaiser habe sie daher abgeord» 'den Eidgenossen dieses zu Gemüthe zu führen nnd ihnen vorzustellen, zur Verstärkung des christlichenzwanzig starke Fähnchen ihres tapfern Kricgsvolks ans eigene Kosten bis Ende November im Feld zu »"^halten und also auszurüsten, damit dieselben bis zum 1. Mai gemustert im Feld seien. Diese Mannsch»?^in allen Nothfällen von den Truppen aller Nationen ritterlicher Beistand werde geleistet werden, werde ^Ulm ans Schiffe oder Flöße gesezt nnd auf der Donau bis nahe an's Lager geführt nnd mit Lebens«»'! ennd allem Nothdürftigen versehen; dieser Feldzng werde der Eidgenossenschaft in der ganzen Welt unsterbi'i ^Dank nnd Ruhm und ihren Nachkommen lange Ruhe nnd beständigen Frieden vor de» unersättlichen Tilrerwerben. Nach Anhörung dieses Vortrags nnd des am 29. December 1594 ans Prag an Bürgermeister' »
*1 Hug Dietrich von Landenberg, Landcommenthur des deutschen Ordens im ttlsah; Hans Ludwig von Hcidcgg, Waldvo»^^Grasschaft Hauenstcin und Schultheiß zu Waldshut; Zacharias Geihkoslcr von und zu Geilerbach, kaiserlicher und österreichischeund ReichSpfcnnigmcister; Or. Johann Hager, Kanzler und Rath des Cardinal in Constanz.