290 April 1592.
Beistand nachfolgen. Leztlich erkennen anch die evangelischen Orte, daß der Fürst, als der vornehinste Kursusdes Reichs, von dem Allmächtigen reichlich gesegnet sei mit allem, was ihm nothwcndig sei zum Besten derPfalz und des Reichs, also daß er auf Reichstagen und anderswo, in Kriegs- und Friedenszciten vielen ander»Städten und Herrschaften mit Rath und That beizuspringen vermöge. Demnach begehren die evangelische»Orte, daß er die Vertraulichkeit, welche zwischen den beidseitigen Borfahren zum Wohle des Vaterlandes >»^der Kirche Christi gewaltet, continuiren möge, was sie ihrerseits auch thnn werden. Und dicweil comwu»'»sanctorum alle zur Einigkeit ermahne und die große Gefahr, die von den unrnhigen Feinden des wahre"Glaubens herkomme, christliche Herrschaften veranlasse, daß sie einander helfen und in Gefahr nicht ste^»lassen, so versehen sich die evangelischen Orte der Eidgenossenschaft, der Fürst werde ihr gutherziges Anerbiete»mit Wohlwollen aufnehmen und gnädige Antwort ertheilen.
Die am 1K./K. April in der kurfürstlichen Kanzlei, in Gegenwart des Kurfürsten Friedrich, Pfalzg»»^'bei Rhein, des Reichs Erztrnchseß und Herzogs in Bayern, durch den Vicekanzlcr ertheilte Antwort la»t^im Wesentlichen folgendermaßen: Für ihre Theilnahme über das Ableben des Pfalzgrafen Johann Cas>»'^und für ihre Beglükwünschung zum Antritt seiner Regierung spreche der Fürst den IV evangelischen Stä^»seinen herzlichen Dank aus; zwar vermisse er sehr den klugen Rath und Beistand des zu früh Hingcschied»»^'indessen hoffe er doch mit Gottes Beistand zum Frommen der Kirche und des gemeinen Vaterlandes diegierung zu führen; insbesondere habe er gern vernommen, daß die evangelischen Orte und andere g»th»^°Christen sich freuen, daß er zur wahren christlichen Religion sich bekenne, obschon ihm nicht wenig Haß ^erwachse; er fühle sich aber verpflichtet, Gott und seinem heiligen Wort vor alle» Dingen zu gehorsam»» 'hoffe, Gott werde ihn immer mehr in der einmal erkannten Wahrheit bestärken und ihm die Gnade verleih'dieselbe nicht nur mit dem Munde und Herzen zu bekennen, sondern auch mit Freuden dafür zu leiden, >»es sein müsse; er hoffe das Werk seiner frommen Vorfahren zu Ende führen zu können und daß das » ^geschriebene Gebet nicht ohne wesentliche Wirkung sein werde, auch wünsche er von ganzem Herzen, b»^den evangelischen Orten ebenso ergehe und daß ihnen alles dasjenige reichlich widerfahre, was zum Nuze» ^Leibes und der Seele und zur Wohlfahrt ihrer Unterthanen und des ganze» Landes gereiche. Was die »gesuchten nachbarlichen vertraulichen Beziehungen betreffe, so zweifle er nicht, sie werden aus den kürzlichüberschikten Schreiben entnommen haben, daß er nicht weniger als seine Vorfahren mit ihnen in gute»' ^trauen und Verständniß zu stehen und zu verharren begehre und eS habe ihn ihr Erbieten, in Lieb u»d ^mit Rath und That ihm bcizuspringen und Hülfe zu erweisen, ganz höchlich gefreut; dagegen seibereit, wo er ihnen und den Ihrigen Rath, Hülfe und Beistand erweisen könne, solches nach bestemzu thnn, denn es müssen seinem Ermessen nach die Bekenner der reinen christlichen Religion steif zus»»' ^halten, da sowohl die Papisten als die Ubiqnisten ihn und alle Bekenner des wahren Glaubens hast»» ^anfeinden und gemeinsame Sache machen, die Wahrheit zu verdunkeln; darum sei es billig, daß ina», ^
eine communis «unctorum sein soll, fest zu einander halte; er gebe vorläufig diese Versicherung, »er nächstens Gesandte an sie abfertigen werde, um ihnen seine Gemüthserklärung mündlich eröffnen z» "