Druckschrift 
5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen
 

Juli 1587.

37

Hauptmann (Wvlfgang) Lussi, Statthalter und des Raths, vo» Nidwalden. Zug. Hauptinau» KasparLetter, Statthalter »ud des Raths. Frcibnrg. Hauptmann Ulrich von Englisperg, des Raths. Solo-ihurn. Hauptmann Wolfgang Fröhlicher, des Raths.

»». Dieser Tag wird abgehalten wegen des Aufbruchs derlutherischen" Orte sammt GlarnS nnd andererihrer Anhänger*') zum Heere der Hugenotten in Frankreich unter dem König von Navarra, das schon bei20,000 Mann stark sich bei Basel und an andern eidgenössischen Gränzen sammelt und beabsichtigt, den Wegdurch das bischöflich-baselsche Gebiet zu nehmen. Da nämlich zu besorgen ist, daß sie mit andern Städten soumgehen werden, wie mit Miihlhansen, nnd daß, wenn ihr Vorhaben fehlschlüge, das Vaterland gefährdetwerden diirfte, so will man auf diesem Tage die zu treffenden Vorsichtsmaßregeln bcrathen. Der Gesandtevon Solothur» möchte dem Kriegsvolk den Dnrchpaß gestatten, mit dem Vorbehalt jedoch, daß es NiemandenSchaden zufüge und Alles bezahle. Dein Vernehmen nach soll auch der Bischof von Basel mit ihnen inUnterhandlung stehen. Aus diesem Grunde wird den gerade in Baden versammelten Gesandten die InstructionZugeschikt, Alles zu versuchen, ans daß wenn immer möglich der Durchzug durch anderes als durch das Gebietdos Bischofs von Basel oder durch das Elsaß genommen werde, das der EidgenossenschaftBrodkasten" sei;wenn aber kein Mittel mehr sich finde, das abzuwenden, so sollen sie darauf dringen, daß der Durchzug inguter Ordnung und ohne Beschädigungen erfolge, nach eidgenössischem Brauch; sollten die lutherischen Ortesich damit nicht befassen wolle», so solle» die Gesandten Beschwerde führen, ihnen erklären, daß sie die Sacheheimbringen werde», und ihnen vorstellen, wie man vor Jahren beim zweibrttkischen Durchzug, auf AnsuchenBasels, auch nachgegeben habe. Sollten die Gesandten nicht mehr in Baden angetroffen werden, so soll dieseAnsicht den Orten selbst schriftlich mitgetheilt »verde». Nebstdem wird an den Gubernator zu Neuenbürggeschrieben in Betreff der Drohungen der Neuenburger wider den Bischof von Basel nnd andere Katholiken:Er soll denselben mit allem Ernst dieses verweisen nnd sie davon abmahnen; denn wenn der Bischof oderandere beschädigt »verde» sollten, würde man die angcmesscnen Maßregeln zu treffen wissen. Und weil dieGegenpartei nicht ermangelt, sich fort und fort mit ihren Glaubensgenossen zu verbinden und zu stärken, sowird für »othwcndig erachtet, auch darüber das Nachdenken walten zu lasse» und besonders bei den katholischenBundsgenossen, »vaS von Nöthen ist, zuversorgen." Jedes Ort soll sich dcßhalb entschließen, was mandarüber an den Landcsfttrsten von Österreich nnd an den Grafen Hannibal von Ems berichten »volle und esan Lucern mittheilen. Uri soll den erhaltenen Aufträgen in Betreff der ennetbirgischen Unterthanen nach-kommen. Endlich wird der Wunsch geäußert, es möchten ebenbenannte Unterthanen besser bewehrt »verde»»,aber in guter Ordnung und nicht zu streng, in Bcrüksichtignng der gegcnwärtigcn thenren Zeiten. I». Wegendor gefährlichen Zeitläufe hält man es für nöthig, daß die katholischen Orte im alten nnd erst jüngst wiedererneuerten brüderlichen Vertrauen nnd Verständniß stät nnd treulich an einander halten; daß kein Ort vondem andern sich abwendig machen lasse und daß alle geineinsam, abgesehen vom eigenen Nuzen, ans diegenieine Wohlfahrt des Vaterlandes Acht haben, daher in vorfallenden Sachen znsainiiieiistimmeil und Liebund Leid mit einander theilen; daß sie der Gegenpartei, welche ans Neid und Mißgunst ihre brüderlich»Einigkeit zu nntergraben nnd zu zertrennen sucht, nicht zuviel nachgeben noch trauen; daß sie endlich ein

') Mgcm. Absch. 00., 257. Vcrzcichniß dcr lutherische» Eidgenossen, welche durch da« Elsaß dem König von Navarra zu Hltlse

gezogen.