Druckschrift 
5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

Juni 1587.

31

und Solothurn werde» vo» diesen« Beschlüsse in Kenntnis; gesezt; an die österreichische Regierung zn Ensisheiinwird geschrieben, sie möchte über Alles »nverziiglich berichten; dein Landammann Schorns von Schwyz wirdaufgetragen, mit Graf Hannibal von Eins das Nöthige zu verabreden; auch Appenzell und der Abt vonSt. Gallen werden gewarnt; Uri soll mit dein spanischen Ambassador Riiksprache nehmen und ihn ersuchen,an den Landesfürsten" zu schreiben; Lucern soll mit dem Gesandten von Savoyen dieser Sache wegen sprechenund ihn um die Erklärung seines Fürsten angehen, wessen man sich zu ihm zu versehen habe; anch soll dernach Baden abgehende Bote von Lucern mit denen von Breingartcn, Mellingen und Baden das Nöthige inBetreff der Pässe verabreden und sie ermahnen, gut Acht zu haben; Schwyz soll in der March und zuBapperswyl die geeigneten Vorsorgen treffen. I». Schultheiß Pfyffer von Lucer« meldet unter dem Siegelder Verschwiegenheit, wie die Sachen in Frankreich stehen und daß eben eine Versammlung in Rheims gehaltenwerde, wo die alte Königin mit den Fürsten verhandle; die Sachen stehen da schlimm, und wenn die katholischenBundesfürsten sich nicht vereinbaren können, oder wenn der König mit dem Krieg gegen die Hugenotten nichtsä« thun haben wolle »nd denselben durch die Finger sehe, so werde großer Jammer daraus erfolgen. Fürdie katholischen Orte und die ganze katholische Christenheit sei dieß Alles sehr nmhtig und an der Erhaltungoder dein Untergang Frankreichs sehr viel gelegen, nicht allein wegen der ausstehenden Zahlungen, sondernauch wegen der katholischen Religion und anderer Sachen. Das wird in den Abschied genommen, an diegeheimen Räthe zu bringen, damit sie sich berathen, ob man, wenn die Sachen schlimmer sich gestalten, eineBotschaft an den König und die Fürsten eiligst absenden wolle, um mit ihnen nach Nothdnrft über AllesBüksprachc zu nehmen, damit Schlimmeres verhütet werde und man zu den Zahlungen gelange, r. Da»«an vernommen hat, daß die katholischen Orte beim König von Frankreich wegen ihres Bündnisses mit Spanien5» Beschirmung des Herzogthums Mayland Übel verunglimpfet worden sind, als ob sie dabei im Sinne gehabthätten, die Vereinigung mit Frankreich aufznktinden und den König aus seinein Reiche vertreiben zu helfen,so findet man fiir nothwendig, durch den Boten, den man nächstens anderer Sachen wegen zum König schikcnwill, diesem die Ursachen und Gründe anscinandersezen zu lassen, warum man das Bündniß abgeschlossenhabe. Heimzubringen. «I. Lucern erstattet Bericht, daß Zürich durch eine Botschaft sich habe entschuldigenlassen wegen der Zerstörung der Altartafeln, die denen von Mehrenschwand und Sursee angehört haben: DerBorfall sei Zürich leid und ohne sein Wissen und Willen geschehen; es «verde fiir vollkommene Entschädigungsorge» und die Schuldige» bestrafen«!. Seither sei der Bildhauer entschädiget und Lucern versprochen worden,auch seine gehabten Unkosten zu bezahlen; den Andern aber habe Zürich nicht allein nichts an ihre Kosten gebenwollen, sondern sich noch vorbehalten, sie fiir einige ungebührliche Äußerungen zn bestrafen. Lucern müsse nunNochmals um Rath bitten. Wird mi iimtruonäum genommen, v. Zu Baden war verabschiedet worden,haß in Zukunft die Jahrrechnnng ans Johanni angehen solle. Wegen der Feiertage aber und des Aufrittshos neuen Landvogts aus Lucern sollen die Gesandten dießmal erst ans Sonntag nach Johanni abreisen, tDie Burgerschaft von Mühlhausen bittet um Hülfe und Rath wegen ihres Kriegs und wegen des zu Berngefangen sizenden Jakob Finninger. Weil man aber die Beschaffenheit der Dinge noch nicht gründlich kennt,so wird der Abgeordnete von Mühlhanscn angewiesen, an die Obrigkeiten darüber schriftlich zu berichten, ßx.Die Gesandten von Schwyz machen Anzug in Betreff der vormals zu Baden erlassenen Verordnungdeströlwärks, iniet vnd gaben halb vff Vogtyen, Nit vnd emptcr"; Schwyz wolle diese und andere gute Ord-uungen erhalte» helfen, wünsche aber zu erfahren, wie anch die übrigen Orte ihre Amtleute und Gesandten