—10ten sich's nicht an, sich als Vermittler darzustellenzwischen Gott und ihrer Gemeinde: denn es istnur Ein Mittler zwischen Gott und den Men-schen, der Mensch Jesus Christus. Wahreevangelische Lehrer hielten nicht mehr von sichals sich gebühret zu halten; sie hielten mäßig-lich von sich, nach dem Maße des Glaubens,**das ihnen verliehen ward.Wir sollen uns derselben daher erinnern mitwahrer Theilnahme. Wandeln die Lehrer nochin unsrer Mitte, die uns das Wort Gottes ge-sagt haben: so sey es uns heilige Pflicht, ihnenihr Schicksal zu versüßen, ihr Loos ihnen angenehmzu machen, ihre Lage ihnen zu erleichtern, so vieles unsre Verhältnisse verstatten und die ihrigen eserfordern. Wir sind besonders verbunden ihremVerdienste um uns die Achtung zu beweisen, wel-che diesem, mit so großem Rechte, gebühret. Wennder Lehrer, während seiner Amtsführung, in demAndenken seiner Zeitgenossen lebte; wenn er gekanntund geschätzt ward von dem vermischten Kreise, inwelchem er zu wirken hatte: so würde es nieder-schlagend für den Lehrer, es würde niederbeugendfür alle die seyn, die das nähmliche Amt bekleiden,wenn man nun auf ein Mahl seine Arbeit, seineSorgen und ſeine ganze Wirkſamkeit der Vergeſſen-heit übergeben und ihn persönlich so behandeln woll-*1 Timoth. II 5. * Räm. XII, 3.
Druckschrift
Das pflichtmäßige Andenken an würdige Religions-Lehrer : eine Predigt bey der Amts-Niederlegung des Herrn Predigers Johann Wilhelm Janssen gehalten am 27. Junius 1802 in der reformirten Kirche zu Düsseldorf ; nebst einigen angehängten Notizen über die allmählige Entstehung und fernere Ausbreitung der dortigen reformirten Gemeinde und einem Verzeichnisse aller Prediger derselben von 1584 bis 1802
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