Billig erinnern sich aber auch die Christen al-ler Zeiten mit Erkenntlichkeit an ihre Lehrer.Wir fühlen zwar jezt weniger lebhaft die Wich-tigkeit und die seligen Folgen des sorgfältigen Un-terrichtes in den Lehren des Christenthumes, als ihndie ersten Christen empfanden: denn wir sind ge-wohnt an diese Belehrungen; sie sind uns alltäglichgeworden, wir können uns, in dieser Hinsicht, kaumeinen andern Zustand denken, als der ist, in wel-chem wir gegenwärtig lehen. Es gehört zu den Un-arten des Menschen, daß er zulezt kalt und gleich-gültig gegen diejenigen Wohlthaten wird, die zuden gewöhnlichen Erscheinungen gehören. Um unsdieser Undankbarkeit nicht schuldig zu machen, laßtuns einen Blick hinwerfen auf diejenige Gegenden,in welchen der Unterricht in den Wahrheiten desEvangeliums seltener war, oder in den lezten zehnJahren, durch einen verderblichen Krieg der Mei-nungen, seltener wurde. Mit welchem Eifer suchendie Bewohner jener Gegenden jezt den, so langeentbehrten, Unterricht in den evangelischen Wahr-heiten; mit welcher freudigen Eile sucht man daLehrer des Christenthums anzustellen, wo sie bishersich nicht öffentlich, als solche, zeigen durften; wieinnig erfreut man sich dort der neu erlangten Re-ligionsfreyheit, nach welcher man so lange mit ver-geblicher Sehnsucht schmachtete. Wolle Gott esverhüten, daß nicht eine Zeit über uns hereinbrechen
Druckschrift
Das pflichtmäßige Andenken an würdige Religions-Lehrer : eine Predigt bey der Amts-Niederlegung des Herrn Predigers Johann Wilhelm Janssen gehalten am 27. Junius 1802 in der reformirten Kirche zu Düsseldorf ; nebst einigen angehängten Notizen über die allmählige Entstehung und fernere Ausbreitung der dortigen reformirten Gemeinde und einem Verzeichnisse aller Prediger derselben von 1584 bis 1802
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