alten Plan einer Zuteilung des Landes zu einem oder mehrerender Bundesstaaten, um es fester ans Rheinland und engerans Reich zu knüpfen. Doch wer Geschichte und Scheiterndieser Versuche kennt, wer noch ihr letztes kläglichesScheitern inmitten der Kriegsnot kennt, der weiß, daß nieunsre Einheit vollendet wird, solange noch einer derPartikular- und Parteigeister die Luft unseres Vaterlandesvergiftet, solange nicht alle, die ihr kleines Teil vor dasGanze stellten, ob im Süden oder Norden, ob rechts oderlinks oder in der Mitte, ihre letzten hohlen Phrasen verhauch-ten. Die Fürsten waren entweder zu feig, um die Last desOberrheins auf sich zu nehmen, oder zu eigensüchtig, ihn ihrenNachbarn zu gönnen, die Parteien waren zu anteillos am Ge-schick der Gemeinschaft und zu tief verstrickt in Sonderge-schäften, oder sie jubelten laut, weil ihr Grundsatz der „Selbst-bestimmung der Völker" siegte, als nochmals ein deutscherSplitter zum Staate wurde, weil die „Freiheit" siegte, als kurzvor dem Kriege fast die letzten mitbestimmenden Rechtedes Bundesrates und Reichstags bei der Gesetzgebung Elsaß-Lothringens beseitigt wurden.
So wurde das Reichsland „ein Zwittergebilde zwischen Staatund Provinz" und fiel damit — das war das furchtbare Erbeder letzten Jahrhunderte, der meuchlerische Speer des eige-nen Gottes —, erst langsam, unmerklich, dann immer stärkerdem Einflußringen der feindlichen Mächte und besondersFrankreich zu. Da die Einheit von Reich und Reichslandnicht tief genug, nicht einmal im Staatsrecht völlig gelöst war,wurde Elsaß-Lothringen und damit der Rhein von neuemder Wirbel, um den alle Fragen der großen Mächte in wech-selnden Kreisen zu drehen begannen, immer schneller undenger, je mehr das Reichsland eigengesetzlicher, partikularer,immer drohender, wilder, je mehr so die Hoffnungen Frank-reichs auf Wiedergewinnung stärker und sicherer wurden.Durch alle Lücken und Spalten der lockrer werdenden Fugedrang der Franzose in Städte und Dörfer, Festungen und
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