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Vier Reden über das Vaterland
Entstehung
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MÄNNER UND FRAUEN! KNABEN UND MÄDCHEN!

Wenn ich Ihnen heute von Hölderlin und seinem Bildedes Vaterlandes erzählen will, so könnte es scheinen,als wollte ich von einem Vergangenen sprechen, das durchdie Länge der verflossenen Zeit unseren Vorstellungen fern-gerückt und unseren Herzen fremd geworden sei. Aber vonHölderlin sprechend spreche ich von Gegenwärtigem, sprecheich von einer Kraft unseres vaterländischen Geistes, die ihreWirkung auf das heutige Geschehen kaum erst begonnenhat und in kommender Zeit die Köpfe und Herzen unsererJugend mehr beschäftigen und erfüllen wird, als manchesNeueste, das im wilden Stoßschrei schon die Kürze seinesAtems verrät.

Als die Dichtung Hölderlins vor beinahe anderthalb Jahr-hunderten entstand, war unser Volk, wie heute abermals, inGefahr sein selbständiges staatliches Dasein, seine Freiheitund damit auch sein Recht auf eigene Gestaltung zu ver-lieren, und was wir heute als äußeren Kampf und innere Um-wälzung erlebten, hat damals seinen furchtbar drohendenAnfang genommen und die Zeichen einer großen lange nochnicht abgeschlossenen Umgestaltung unserer ganzen mehr-tausendjährigen Lebensformen offenbart. Wir erhoben unsdamals nach langen Jahren der Schmach und Zwietrachtund besiegten unseren großen Gegner Napoleon auf demSchlachtfeld, aber freilich nicht so aus eigner Kraft, daßnach dem Siege noch Stärke genug geblieben wäre, ein neuesfreies einiges deutsches Reich zu gründen, und freilich nochnicht so in der Volksgesamtheit von den frischen geistigenKräften durchdrungen, wie sie unsere klassischen Dichterund Denker schufen, daß ein neues deutsches Menschtumdoppelte und dreifache Nahrung aus den Schlachtensiegen

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