Daher durfte er, ja mußte er im Sinne seiner Stellung in derMitte des geistigen Deutschland die Unantastbarkeit seinerPerson so hoch einschätzen, daß sie nicht wieder den Zu-fällen einer wildernden Soldateska ausgesetzt wurde, undwenn man ihm das Weitertragen des Kreuzes der Ehren-legion auch noch nach der Schlacht bei Leipzig zum Vor-wurf macht, so vergißt man meist, seinen nüchternen Vor-schlag darauf anzuführen: man möge ihm einen hohenösterreichischen Orden geben, d. h. ihm Sicherheit von Seitender neuen Sieger gewähren. Denn er war gegen nichts emp-findlicher, als wenn dieser sein Sitz und Bereich in Weimarangetastet wurde, und suchte ihn gegen alle bedrohendenMächte zu wahren. Als es 1808 einmal hieß, daß dem Herzogdie Ungnade des Kaisers drohe, weil er preußische Offiziereunterstützte, da brach sein Zorn auch durch die feste Hülleseiner Zurückhaltung flammend gegen die Fremden hervor,der heilige Ingrimm, ja die dämonische Wut regte sich inihm: mit zornigen Tränen in seinen Augen verteidigte er dieVaterlandsliebe seines Herzogs, dessen edles Verhalten auchdem Feinde Achtung abzwingen müsse, und sprach in bitterenWorten von seinem Willen, das ganze bisherige Werk zu ver-lassen und als Bänkelsänger durch die Dörfer und Schulenzu ziehen, um die Schande der Deutschen zu singen, bis dieKinder zu Männern und so die übermütigen Fremden ausDeutschland herausgesungen würden.
Aber wir sahen: das war nicht sein Tun am Vaterlande. DasGeheimnis seines Handelns lag darin, daß er den Gegnerüberschaute selbst in seinem Siege und unserer Niederlage,daß er die Übermacht des Gegners an einem Stärkeren insich abmessen und so auf den künftigen Wurf des Würfelsrechnen konnte. So hoch er die Kraft der Franzosen und garunter dem Genius Napoleons einschätzte, so sah er doch imDeutschen, der seines, des Goetheschen Geistes sein würde,ein Höheres, Edleres, Stärkeres, und der Schaffung diesesgeistigen Deutschen galt sein ganzes Streben und Mühen,
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