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Vier Reden über das Vaterland
Entstehung
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Diese Grundeinstellung nun erhielt sich auch, als die Germanendas Christentum angenommen hatten. Jene Forderungen derpersönlichen Bewährung und der Aufnahme in die ewige Hel-denschar durch den Kampftod hatten sogar eine innere Ver-wandtschaft mit den christlichen Formen des persönlichenHeiles und des vergeistigten Weltkampfes, und aus dem Zu-sammenschlagen dieser Elemente entstanden jene Treuverhält-nisse in den Lehnsverbänden wie Ritterorden, in denen sich derKampf für Gott mit der Verpflichtung für den Führer, den Her-zog, den König und Kaiser eng verbanden und Opfermut undOpfertod auch in der Laienwelt des Mittelalters erhielten.Wir sahen jedoch, warum er in den eigentlichen christlichenJahrhunderten keine unbedingte letzte sittliche Wertungerhalten und also auch nicht zur Bildwerdung, zur gestalt-haften Erscheinung der Opferträger gedeihen konnte: das warden Märtyrern und Heiligen vorbehalten.Als aber die geistigen Spannkräfte der universalen Kircheund des universalen Kaisertums nach anderthalb Jahrtausen-den nachließen, als sich dann die im Schöße der Kircheselbst umgebildeten, geistig durchformten Völker deutlichervoneinander abgrenzten, als ihre Eigenarten in Sprache undSitte wuchsen und sie zu dichteren weltlichen Staatengebildenzusammenschössen, da blieb auch in diesen neuen Gebildendie germanische Grundform sichtbar, ja wurde eher in denEinzel- und Sondergewalten wieder deutlicher erkennbar:die nun ortsgebundenen, schärfer umgrenzten Stämme undVölker stellten sich ganz in ihren Führergeschlechtern, inihren Dynastien auf neue Weise dar, in diesen sammelte sichdie staatliche Überlieferung, an sie band die Treue alle Stamm-und Volksgenossen, für sie gingen die Krieger in den Tod.Um die Führer- und Herrschergeschlechter wuchs überalldas irdische Vaterland, verdichtete sich die Erinnerung, sam-melten sich die schöpferischen Kräfte und schufen in ihnenwieder Träger eines erdenhaft gerichteten Macht- und Lebens-willens.

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