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Vier Reden über das Vaterland
Entstehung
Seite
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MÄNNER UND FRAUEN! Wenn es schon ein hoher undheiliger Gedanke ist, der Toten zu gedenken, die uns imLeben nahe waren, der Blutsverwandten und Freunde, so ziemtes dreifach derer zu gedenken, die für das Vaterland gefallensind. Jener gedenkend ehren wir unser eignes Geschlecht,unsre eigenste Liebe, dieser gedenkend ehren wir die Quellealler Geschlechter und aller Geistesverwandtschaft, den Grund,aus dem unser aller Blut und Liebe strömt: unser Volk, unserVater- und Mutterland.

Sie werden von mir in dieser Stunde nicht hundertmal Gehör-tes nochmals hören wollen und ich will schweigen vom Welt-krieg und seinen Ursachen, vom Weltkrieg und seinemAusgang, von der Ungeheuerlichkeit der Kampfmittel undder grausamen Größe der Todeszahlen, den Merkmaleneiner maßlosgewordenen Menschheit, ich will auch schwei-gen vom schmachvollen Frieden, der kein Friede ist nochsein wird, und von den vergeblichen weil sinnlosen Bemü-hungen, die wirtschaftlichen Nöte zu beheben, bevor die Notder Seelen behoben ist.

Aber von einem muß ich reden und für eines wünsche ichheute Ihr offenes Ohr, weil es vielleicht zum ersten Malein der Geschichte der Menschen gefährdet ist und weil seinVerlust den drohenden Untergang unseres Volkes, ja allerVölker besiegeln würde: ich will reden vom Sinn des Opfer-todes und besonders vom Sinn des Opfertodes für das Vater-land. In einer Zeit, der wie der unseren schon der Begriffdes Opfers fremd geworden ist, bedarf es zunächst einer Er-läuterung über die Bedeutung des Opfers überhaupt, einerAndeutung wenigstens über die tieferen Zusammenhänge, indenen der Tod für das Vaterland mit den Grundtatsachen desganzen Daseins, des begreifbaren und unbegreifbaren Gottessteht, als den wir die sichtbare Welt anschauen und erkennen.