Druckschrift 
1 (1923) Lobgesänge und Psalmen : Übertragungen der griechisch-katholischen Dichter des I. bis V. Jahrhunderts
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

Es lächelt der morgenstern

Der geleiter des frühen tags

Und das goldene abendlicht

Der kytherische minnestern,

Und die pracht der gehörnten glut

Voller füllend geleitete

Den feurigen ström der mond

Der nächtlichen götter hirt.

Sein leuchtendes sonnenhaar

Ausbreitete Helios

Unter unnennbar hohem schritt

Und erkannte des Gottes spross

Den erhabensten bildnergeist

Seines eigenen feuers grund.

Doch du schwangest die sohle, herr,

Des schwarzblauen himmelrunds

Wölbung übersprangest du

Und die Sphären betratest du

Die lauteren geistigen

Wo der urquell des guten ist

Ewigschweigender himmelsgrund.

Nicht ist dort die tiefströmende

Die die kinder der erde treibt

Auf nie rastendem fuss die zeit,

Mitleidlose geschicke dort

Des tiefwogigen Stoffes nicht,

Sondern er der nie alternde

Urgewordene ewige selbst

Immer junger zugleich und greis

Ewig strömender dauer er

Für die götter waltherr und hört.

106