Druckschrift 
1 (1923) Lobgesänge und Psalmen : Übertragungen der griechisch-katholischen Dichter des I. bis V. Jahrhunderts
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

entbundenen geistes begann des wortes herr zuwerden, das Sinnbild der griechisch-christlicheneinung: der Christ im tanz mit den Jüngern, imtanz mit den weltengöttern verschwand vor denbildern der heiligen leidensgeschichte. Der siegwar entschieden, das reich wurde christlich undnoch als Synesios dichtete, wurden zu Rom dieSibyllinischen bücher verbrannt, erlosch das hei-lige feuer im tempel der Vesta, verbot Theodosiusdie heidnischen Opfer und Weissagungen (395),wurden die olympischen spiele zum letzten malegefeiert (393), der Serapistempel zu Alexandriazerstört (394) und kurz nach seinem tode diegreise Hypatia, die freundin des dichters, vomchristlichen pöbel in stücke gerissen. Die un-duldsam gewordene kirche besiegte in Byzanzdie hellenistischen gefahren durch abschnürungund bilsste dafür mit früher erstarrung. Es wardas sichere gefühl lebendiger kraft als Rom sichvon dem erstarrenden körper trennte: denn ineben jenen Jahrzehnten hatte Aurelius Ambrosiusschon den gesang seiner heilig-nüchternen hym-nen begonnen der den „römischen hauch" in dierömische kirche bannte, hatte er Aurelius Augusti-

19