17§. 22.Aus dem eben bemerkten Einwand folgt zwar soviel, daß die sorgfältigste Erziehung, wie ich gern ge-stehe, das Prädicat einer durchaus zweckmäßigen Er-ziehung nicht verdiene; denn wenn der Jugend auf je-den Schritt und Tritt nachgespüret, wenn bey jederHandlung, die sie vornimmt, ein Hüter bestellt, kurz,wenn mit ihr allzu ängstlich zu Werke gegangenwird, so ist dies eben so ein schädliches Extrem, alswenn die Eltern oder Erzieher, der Jugend den Zügelganz schießen, und sie thun und handeln läßt, wie siees für gut findet. Hieraus ist es auch leicht erklärbar,warum jene Kinder durchgängig für Moral und Tu-gend so wenig gestimmt sind, welche von nichts alshievon, von ihren Eltern oder Erziehern hören, war-um Kinder, welche von ihren Eltern oder Lehrern allzu sehr und oft, sogar mit Strenge, zur Kirche ange-halten werden, und denen fast nichts als religiöse Ge-genstände vorgesagt und eingeprediget werden; bey ih-rem Heranwachsen statt Sinn für Religion und prak-tisches Christenthum zu haben, oft ganz irreligiös wer-den. Man halte daher bey einer Erziehung, wenn sienicht zweckverfehlend werden soll, immer die Mittel-straße ein, man beherzige den Satz, daß immer be-wachte Tugend, unbewacht nichts aushalte.§. 23.Die Ursache, warum eine anscheinlich gute Erzie-hung
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Mittel und Vorschläge wodurch ... dem Verbrechen des Kindermordes vorgebeugt ... werden würde ...
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