Druckschrift 
Gemählde der Kindheit und des häuslichen Glücks
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

die Augen meiner Mutter mit besorgter Liebean mir hingen. Wie freute sie sich, wenn ichwie ein junges Lamm umher sprang, über dieKrümmungen des Baches setzte, oder mich miteinem jungen Ziegenböckchen balgte! Biswei-len entschwand ich ihren Blicken, pflückte eineHandvoll Blumen, band sie mit Riedgras zu-sammen in einen Straus, und brachte ihr den-selben in vollem Laufe. Bisweilen vertrauteich die kleine Gabe kindlicher Liebe dem Wie-senbach. Der Straus, glänzend von Frische,schwamm auf der eilenden Welle hin, und ichlief nebenher am Ufer mit lautem Jubel, undrief meiner Mutter zu, die im Schatten eineralten Weide saß, die Blumen aufzufangen,und ihre Brust damit zu schmücken. Biswei-len macht' ich ihr auch eine kleine Ueberraschung.Umsonst suchte sie mich ringsumher ihreschweifenden Blicke konnten nirgends ihrenSohn entdecken. Sie rief, wurde ängſtlichund rief wieder. Plötzlich erschien ich lachendoben im hohlen Stamm der Weide, ließ mich