Gutes Mädchen, sagte ich, heiter und unbefangen sammelst du die Blumen der Flur,um vielleicht die Wohnung deiner guten El-tern damit auszuſchmücken. Ach, du ahndeſtnicht, daß unter den Blumen oft eine Schlange verborgen liege. Auf deinen Wangen blühen noch die Rosen der Unschuld, und keinunruhiges Sehnen stöhrt den süßen Friedendeiner unbefleckten Seele. Ach, warum kanndiese glückliche Heiterkeit nicht von Dauerseyn! Warum müssen Stürme kommen, unddie ruhige Fläche des See's empöͤren, in wel-chem sich der freundliche Himmel und die schö-ne Erde mit ihren Sternen und Blumen solieblich spiegeln! — Gehe hin, holdes Kind!und dein guter Engel weiche nie von deinerSeite! Bald, ach bald! werde ich, ohneGefahr für meine Ruhe, dir keine Maßlie-ben und Schlüsselblumen mehr darreichen kön-nen, und vielleicht muß ich jetzt schon den un-freiwilligen Raub büßen, den ich an den Re-sen deiner Lippe beging.
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