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Die Hochzeit auf dem Aventin : Trauerspiel in 5 Akten
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Gajus laufblickend).

Lucius — bist du hier?

Und Oheim Marc — verzeiht, ich sah euch nicht;

Ein blut'ger Nebel wölkt sich mir ums Auge.

Jst's denn schon Tag?

Marcus.

O laß von deinem GramDich nicht entmannen, Gasus. Sei du selbst!

Nur wenn wir uns verlieren, sind wir arm.

Gajus.

So sprichst du, alter Mann. Du sammeltestIm langen Leben einen reichen SchatzAn Sprüchen, die von milder Weisheit triefen.

Die legst du nun wie balsamkühle LappenAuf jede Wunde. Doch ich sag' dir, Ohm:

Schicksale giebt's, die allen MannesmuthVergiftend lähmen. Wenn ein Leu mich anfällt,

Ich will ihm stehn, mit keiner Wimper zuckend.

Doch wenn mich einer Schlange Leib umschnürt,

Ihr Geifer mir ins Auge sprüht! — O Cloelia!

Wär' sie vom Blitz getroffen hingesunken,

Ich trüg' es wie ein Mann. Doch daß sie lebt,

In Qualen nach mir stöhnt — und ich, ein wehrlosOhnmächt'ger Sklave — Oh — oh — oh!

(drückt die Hände vor die Augen.)

Lucius.

Blick auf,

Mein armer Freund! Hier sind getreue Männer,

Die deine Schmach und Pein als ihre fühlenUnd bei dem Rächer Zeus geschworen haben,

Dir Sühne zu verschaffen.