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Die Hochzeit auf dem Aventin : Trauerspiel in 5 Akten
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Dritte Scene.

Vorige. Gajus (von rechts, mit verwildertem Haar, um das eine blutigeBinde gelegt ist. Er schreitet, den Blick gesenkt, langsam wie ein Schwer-kranker in den Vordergrund).

Gajus.

Ist Der ein Mensch, der das UnmenschlichsteDoch überlebt? — Ein Wurm, den man zerschnitt,Kriecht in zwei Stücken fort, nun doppelt Wurm.

Doch das hoffährtige Geschöpf, das sichVerwandt den Ew'gen dünkte, kann's noch athmen,

Wenn es zum Wurm hinabsank, in den SchlammDer Schmach getaucht von einem Erdengott?

O unser Aller Amme, die Natur,

Ist eine Dirne, flößt mit ihrer MilchGemeinheit uns ins Blut. Kannst du es läugnen?

Du schlummertest — und Cloelia schrie nach dir;

Nun dürstet dich — und Cloelia schreit nach dir;

Und das nur hast du vor dem Wurm voraus.

Daß Scham und Gram dich nagen.

Marcus (sich teilnahmsvoll ihm nähernd).

Theurer Gajus —

Gajus (ohne ihn zu bemerken).

Leicht wär's, mir Ruh zu schaffen; doch ich mußNoch leben, um zu rächen, was nicht mehrZu retten ist. Wie war's? Was wollt' ich doch?

Ich weiß nicht. — O die Glut in meinem Haupt,

Das Eis um meine Brust!

Lucius (an ihn herantretend).

Die Götter seien

Dir günstig, Gajus!

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