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ARABISCHE BAUKUNST.
und Regen durch hohe auf Freistützen ruhende Decken oder Kup-peln geschützt.
Das Sanktuarium mit der Kibla oder dem Mihrab, deren Axestets nach Mekka gerichtet ist, hat folgende Ausstattung: 1. rechtsneben der Kibla die meist mit reichem Paneelwerk und Inkrusta-tionen ausgestattete Kanzel (Mimbar); 2. der Kursi, ein Sitz mitPult für den Koran; 3. die Dikke, ein auf Säulen gestelltes Podiummit niederem Gitter, von dem die Mohallain, die Gehilfen desKhatib, die Worte des Korans für die entfernteren Andächtigenwiederholen; 4. die Beleuchtungsgegenstände, an den Zugankernder Arkaden und Plafonds mittels Drahtketten aufgehängt: dieTanür, der große, Thoraiya, der kleine Lüster (wörtl. Siebenge-stirn), die Laterne, Fänüs, das einfache Ollämpchen, Kandil.
Das Außere der Moscheen ist, dem Innern der Hofanlage ent-sprechend, meist schlicht entwickelt und zeigt hohe fast glatte Wändemit wenig (20-30 cm) zurücktretenden Feldern, in denen recht-winklige oder Bogenfenster, oft gekuppelt, angebracht sind. Die übergepaarten Fenstern angebrachten Medaillonfenster in runder oderSternform sind gewöhnlich mit Kamariye (S. 6) verschlossen. Diezurücktretenden Felder gehen erst dicht unter dem wenig markierten,zinnenbekrönten Hauptgesims durch ein Stalaktiten - Gesims oderauch in glatter schiefer Fläche wieder in das Fa^aden-Niveau über.Tiefer ist das Hauptportal in die Fa$ade eingeschnitten, eine Nischevon halbquadratischem Grundrisse, die einem in der Mitte durch-schnittenen Kuppelraum entspricht. Im Grunde der Nische ist derEingang, mit Steinbänken zu beiden Seiten, gewöhnlich mit Archi-trav- und Entlastungsbogen in künstlich gebrochenem Fugenschnitt;als Schwelle dient meist ein ägyptischen Monumenten entnommenerGranitmonolith. Hier oder etwas vorher am Treppenabsatz befindetsich ein niederes Gitter, vor dem die Fußbekleidung abgelegt, oderbereitgehaltene Pantoffeln angezogen werden müssen.
Die Thür selbst, oft in reichem Paneelwerk, ist gewöhnlichauf einer Seite mit ciselierter oder eingelegter Bronzearbeit bedeckt.Über das an allen vier Seiten der Moschee in gleicher Höhe laufendeHauptgesims ragen nur die Kuppeln der Mausoleen und ein odermehrere Minarette hervor.
Die Mausoleen, die Reste des Moscheengründers enthaltend, aufhoher Trommel aus würfelförmigem, massivem, meist einspringen-dem Unterbau in eleganten Übergangsformen emporsteigend, wurdenanfangs aus Ziegeln, später aus Hausteinen mit reich ornamentiertenäußeren Kuppelflächen hergestellt. Im Inneren der Mausoleenfinden sich, jenen Übergängen entsprechend, die der arabischenKunst eigentümlichen, halb konstruktiven, halb ornamentalen Sta-laktiten-Pendentifs. Sie bestehen thatsächlich aus einer Reihen-folge von nebeneinander gestellten, in die vorkragenden Steinreiheneingehauenen Zwergnischen der verschiedensten Querschnittsformen,bald flach, bald tief, konzentrisch oder elliptisch, öfter mehrlappige