44
ein Denkmal gesetzt werden könnte. War doch auchgerade das Rheinland bisher so arm an Denkmälernfür seine Dichter. Ausser E. M. Arndt in Bonn undMax von Schenkendorf in den Rheinanlagen zuCoblenz und neuerdings Ferd. Freiligrath in Assmanns-hausen hat man der vielen verdienstvollen rheinischenDichter noch in keinem Denkmal gedacht.
Was ein Emanuel Geibel für den Norden, einVictor von Scheffel für den Süden Deutschlands gewesenist, das ist Wolfgang Müller unstreitig für den Rheinund seine weitere Umgebung.
Deshalb mag man auch mit Recht sagen: Wennder Norden und der Süden diesen Fleroen der Dicht-kunst ein Denkmal in Erz und Stein setzen konnten,warum sollten wir nicht als Rheinländer in derselbenWeise unseren Herold der rheinischen Liederkunsthochhalten ?!
Im Juli 1873 schrieb die Kölnische Zeitung —deren hervorragendster Mitarbeiter der Dichter war —als sich das Grab über der sterblichen Hülle desDichters geschlossen hatte:
»Ein lieber Freund, ein wackerer Mann, ein vonder romantischen Muse seiner rheinischen Heimath mitfröhlicher Liederkunst begnadigt gewesener Dichterist jüngst durch den Tod aus unserer Mitte gerissenworden. — — —
— Wolfgang Müller von Königswinter wird — desssind wir gewiss — in der deutschen Literaturgeschichteseinen Rang als einer der Hauptvertreter der rheinischenLieder- und Sagendichtung stets bewahren.« —