Druckschrift 
Wolfgang Müller von Königswinter : sein Leben und die Bedeutung seiner Werke für das deutsche Volk
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

34

»Dramatische Werke« erschien. Das letzte ist dasfünfaktige Schauspiel: »Kurhut und Kaiserkrone«.

Etwa zu gleicher Zeit (1868) hatte Müller dieEindrücke einer italienischen Reise in dem Buche»Der Pilger in Italien« in formvollendeten und geist-vollen Sonetten wiedergegeben.

In schwermüthiger Stimmung über den 1869erfolgten Tod seines ältesten Sohnes Paul suchte dasschwergeprüfte Vaterherz Trost und Erholung wiederbei seiner ihm besonders liebgewordenen romantischenMuse, die ihm 1871 die köstliche Gestalt des »ZaubererMerlin« zu schaffen gebot. Schien es doch, als obdies traurige Ereigniss verhängnissvoll für die Lebens-kraft und Schaffensfreudigkeit des gebeugten Vaterswerden sollte. Erst als der deutsch-französische Kriegausgebrochen war, wurde dem Dichter die alte Spann-kraft wieder zu Theil, welche ihm in begeisterterVaterlandsliebe und deutschem Nationalbewusstsein dieFeder zu seinen patriotischen Streitliedern: »DurchKampf zum Sieg« (1870) in die Hand gab. Nichtweniger vergass er seiner Pflicht als alter JüngerAesculaps, der den Dichter zu seinem ärztlichen Berufezur hülfreichen Behandlung vom Schlachtfelde heim-kehrender verwundeter Soldaten emsig Hand anzu-legen hiess.

Hatte er schon früher in der »Weihe« zu dem»Gedenk verschollner Tage« mit Reght und Stolzsingen dürfen:

Ich lieb und ehr vor allenMein deutsches Vaterland!