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Ein Denkmal
für Wolfgang Müller von König’swinter.
Noch schlummert der Frühling in Höh’n und GefildenUnd mit ihm im Walde der Vögelein Lied,
Doch bald muss auf’s neue zum Glanze sich bildenDie bräutliche Erde in Fluren und Ried.
Dort schlummert der Sänger — am Felsen wacht drobenDie Sage des Rheines auf steinernem Thron,
Von Bergen und Burgen und Trümmern umwobenBewacht sie den Sänger, den schlafenden Sohn,
Der von ihr gelausehet die köstlichsten Sagen,
Die treu er geborgen mit emsiger lland,
Der rheinische Dichter, dess’ Herze geschlagenSo warm für die Ilcimath, das rheinische Land!
Der mächtig dereinst mit der Harfe gestrittenFür Alles, was rühret die menschliche Brust,
Als Herold dem Volke voran ist geschrittenMit seinen Gestalten voll rheinischer Lust.
Der uns in dem Liede auf fröhlichen SchwingenGewiesen die Schätze vergangener Bracht,
Und noch an dem Abend des Lebens sollt’ singenVom Kaiser, vom Reich und des Vaterlands Macht.
Erwachet der Frühling, da bricht auch die StundeDes Danks für den Sänger des Rheines herein,
Sein Lenzlied erklingt dann in fröhlicher Runde:
»Wo ich bin, wo ich gehe, mein Herz ist am Rhein!«
Hans von W i n d e c k.
ln am Rhein.