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enn es wahr ist, dass die möglichst allgemeineUebereinstimmung eines Volkes auf dem Gebietedes literarischen Geschmackes und Genusses seinegeistige und sittliche Einheit bedeutet, und dass dieseUebereinstimmung in der Anerkennung und Forderungdes Besten sich ausspricht, so bleiben Schiller undGoethe immer noch der Mittelpunkt dieser sittlichenund geistigen Einheit.
Nichtsdestoweniger hat seit jenem klassischenZeitalter die Dichtkunst auch unverkennbare Fort-schritte gemacht, und dies gilt ganz besonders vonden Stoffen und den Stoffbehandlungen. Nicht geringist auch die Zahl der Dichter aus der sogenannten»Epigonenzeit«, welche, in Schillers Fussstapfen gehend,ein grosses Maass von Ideenkraft, Formenschwungund Adel der Begeisterung aufweisen, so dass manmit Recht sagen kann, dass in Schillers Zeit kauman ein so weitgehendes und allgemeines Erstehender poetischen Kultur aus seinem. Vorgang hat ge-glaubt werden können.
Seitdem mit dem Wiedererwachen deutschenNationalgefühls unserer Neugestaltung der Dinge dieAufgabe gestellt worden ist, nach den nationalen Zielenzu fragen und ihnen zuzutreiben, musste auch die Poesiehiermit rechnen. Keineswegs damit zufrieden, dass die