104
-v' Spierlich. Die batt' auch einen bürgerlichenLiebsten, und, der hieß Wilhelm, und der hochadeligeHerr Baron that das Fräulein in ein Kloster. Dafiel das arme Kind vor lauter Herzeleid in eine tödt-liche Krankheit, und als es zum Sterben ging und derBeichtvater kam, und der ihr die Gebete vorsagte, dasprach sie^ wo sie die Namen der Helfer in Nöthenaussprechen sollte, immer nur den Namen ihres Lieb-sten. > Wilhelm sei mir gnädig! Wilhelm steh' mir bei!Wilhelm hilf, mir' Du großer Wilhelm, Du gütigerWilhelm, .Du allmächtiger Wilhelm und was weiß ichAlles. Aber wer nicht kam, das war der Wilhelm,den der gnädige Herr Papa von den Werbern hatteaufgreifen lassen; und ihr armer Wilhelm könnt' ihrnicht helfen, und Keiner könnt' ihr helfen und daist sie in diesem Irrwahn vergangen und eine Leicheworden.
Waibel. Da wird der Teufel seinen Bratengeholt haben.
Spierlich. Es ist Gott geklagt. Mit solchenDingen ist kein Spott zu, treiben. Ich will Ihm dasTränkleiu zurecht machen, Herr Unteroffizier, (ab.)
Waibel. Ein wackres Weibsbild, Krupp! diemuß Er sich zulegen, daß Er eine Pflegerin hat aufseinen alten Tag.
Krupp. Glaub' wahrlich, daß der selige Spier-lich von Mund auf zum Himmel gefahren ist, denn dasFegfeuer hat er schon hier auf Erden gehabt. Ich mag