70
*
Pfui, Ungezogenheit! Den Rücken mir!
Wer ist die, liebes Banerl, sprich!
Meyer. Euer Kurfürstlichen Durchlaucht mit un-terthänigstem Respekt zu melden, eine gute Unterthanin,die, so viel an ihr ist, jede Gefahr von ihrem gnädig-sten Landesvater abwenden möchte.
Kurfürst.
Das sind nur Redensarten; sprech' Er deutsch!
Meyer. Nun, die hübschen Fräuleinchen schla-gen nicht hinten aus, wie böse Pferde, auch nicht zurSeite, wie die Schuster mit Pfriem und Pechdraht;aber in der Front die frischrothen Wanglein und dasGrübchen im Kinn, dort sitzt der liebliche UnholdCupido und wetzt seine Pfeile auf den Korallenlippen,und die Stirnlocken ringeln Schlingen, die Herzen zuumstricken und die Blitze der holden Augen könntenzünden und in Flammen setzen. Drum trat sie zu-rück in lauter Respekt vor Jhro Durchlaucht. Weitdavon ist gut vorm Schuß.
Kurfürst (lachend).
Ich hätt' den Kuckuck vom Respect, jetzt geh' ErUnd hole bei dem Grafen die Depeschen. —
Erst die Depeschen, dann die Audienz.
(Meper ab.)
Kurfürst (allein, sich im Sessel niederlassend).
Ein unverschämtes Volk, die Belgischen!
Hier unter ihres Laudesvaters Augen,
Bei seiner Ankunft eine Schlägerei!