Der Genius der Religion an die Maurerei.
Das Haupt gesenket tief zur Erde schrittMasonia durch ihres Tempels Hallen,
Wie Steine lasteten auf ihrem HerzenDer Kummer und die Sorg' ob ihres Baues,
Den ewig ihr der Wahn zerstören will.
Verzagend stand sie still vor dem Altar,
Vor ihrem Heiligthum, dem gottgeweihten.
Und leise naht sich ihr der GeniusDer Religion, ergreifend ihre HändeUnd lieblich tröstend Hub er an zu sprechen:„Geschmähet und gekränket bist Du worden,
Von meinen Dienern, die Dich schwer verkannt,
Oft wütheten mit Abscheu und VerblendungSie gegen all' Dein Wirken und Dein Schaffen.
Zu unterwühlen Deines Baues Grund,
Zertreten, was Du liebend hast gesät,
Das war ihr frevelnd Sinnen und ihr Trachten,War ihrer List und ihrer Ränke Ziel.
Sie ahnten nicht, daß Du mir Schwester seist,
Die überall die Spuren nieines GeistesErforscht' und klarer zu erkennen suchte,
Die meine Pflanzungen mit Schonung Pflegte,
Und die an meiner Seite hat gejätet
Das giftge Unkraut aus der Menschheit Garten,
Die treulich half die Sterblichen mir schmücken,
Mit dem Juwel der Gottergebenheit.
Komm an mein Herz, Du heißgeliebte Schwester,Laß rüstig uns zusammen bau'n am Werke,
Das nur des Menschenkinds Befreiung gilt.