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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
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Lichtseite dar, und wieß unwiederleglich nach, daß nichtssichrer, nichts segenbringender im Leben sei, als die Tugend.Daher schmückte er sich nicht nur selbst mit dem Kranz derFriedlichkeit, Mäßigkeit, Keuschheit, Gerechtigkeit, sondernermahnte auch fort und fort seine Umgebung zur Arbeit ander eignen Seele; zum Ringen nach Weisheit, Stärke undwohlgefälligem Wesen. „Keine sinnliche Vorstellung," sagter, „dürfen wir ohne scharfe Untersuchung hingehen lassen.Halt, müssen wir sagen, wie eine Schildwache bei derNacht, laß sehen wer Du bist? Woher kommst Du?Hast Du das Wahrzeichen, welches die Natur den Bilderngegeben hat, die wir annehmen sollen?" Namentlichempfiehlt er den Kampf gegen die Leidenschaften und sagt:„Die Seuche der Unkeuschheit, die Geldseuche, überhauptjede Leidenschaft läßt eine Narbe zurück. Geschehen neueStreiche, so werden arge Wunden. Bringe Dein Gemüthzur Stille, und versuche an einem Tage die Ueberwindung.Es wird Dir schon gelingen, Du mußt nur den Willenhaben, in Gottes Augen schön zu sein und vor DeinemGewissen rein dazustehen." Wie hoch ihm die Tugendstand, beweist auch noch sein Ausspruch über Alexander:„Alexander, sagt man, hat große Niederlage erlitten, alsdie Griechen ihn überzogen und Troja verwüsteten, wobeiseine Brüder alle umkamen. Das ist nicht recht ge-redet. Niemand leidet durch die That eines Anderen eineNiederlage. Storchnester wurden damals zerstört. SeineHauptniederlage war, da er die Ehre, die Treue, dieGastfreundschaft, die guten Sitten verloren." Undsein Tugendideal war rein; es war nicht durch Eigen-nutz, durch selbstsüchtige Berechnung getrübt; er wollte

Pilz, Maurerische Blüthen. 16