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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
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ertönen, und als das Thor sich öffnete, drang ein milderfreundlicher Lichtschein auf mein bekümmertes Angesicht.Ein namenloses Sehnen erfaßte mich, und als der Wächterdes Thores nach meinem Begehr fragte, anwortete meinFührer:Ein Sterblicher, der müde, recht müde gewordenist auf seiner Wallfahrt durch die Stufen der Menschheit,weil er das Ideal nicht gefunden hat." Das Thor schloßsich, doch bald öffnete es sich wieder und eine Stimmesprach:wenn Du Dich rein fühlst von jeglichem Verbrechen,wenn Du noch eine Hand zu freier umarmender Liebehast, und wenn Du Deinen Gott nicht verloren, so magstDu die Schwelle des reinen Tempels betreten. Wiederschloß sich das Thor. Ich erbebte. Mein ganzes Leben tratmir vor die Seele, mein Führer sah mir scharf in's Gesicht.Prüfe Dich," sprach er,denn wenn Du als ein Un-reiner diesen Ort betrittst, so wird er Dir zu großenSchrecken, vielleicht zu Deinem wahren Verderben gereichen."Mein Leben verdammt mich nicht, laß mich ein, und sollteich auch das Gewühl der Erde nie Wiedersehn." Dageschah ein Schlag auf das Klopsen des Führers; aufsprang das Thor und ich trat ein. Da saßen in einemgroßen Saale Männer mit verklärten freundlichen Mienen,wie es schien, aus allen Ländern, von allen Nationen,allen Ständen, aus allen Kirchen und Secten. Denn derEine hatte ein Kreuz, der Andere ein Buch in der Hand;der Eine schien Orden anstecken zu haben, wieder ein Andererbetete einfach mit seinen schwieligen, gefalteten Händen, erschien aus sehr niederem Kreise zu sein. Sie schienen michkaum zu beachten; sie sahen bald hinaus aus ihrem Saale,bald auf die Symbole, die sie neben sich liegen hatten.Ach wie erhaben war die Stätte, wie tief lag unten das