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Sie werden das doch als ein so frommer Mann auch nichtwollen." „Ach schwatzt doch nicht kindisch, das wissenwir Alle, daß es Nochlügen giebt; ja daß in manchenFällen das Lügen eine Tugend ist, zumal wenn manJemandem helfen kann." „Ach ich habe mich so schondarüber gegrämt, daß mein Knabe die Leute der Griefewegen belügen mußte, ich habe bei Gott für ihn gebeten;jetzt sollen wir zu dieser Lüge noch eine neue hinzufügen,nein, dafür behüte uns Gott! Mag da werden, was will!"Da Schleicher sah, daß dies Alles nichts half, so rückteer nun mit der letzten Waffe heraus. Er drohte derWitwe, sich an ihrem Sohne zu vergreifen, und diesenvon seinen Pflegeältern wegzubringen. Ein Mutterherzist leicht verwundbar, wenn es sich üms Kind handelt.Diese Pfeile Schleichers gingen tief. Die Arme erbebte,und ein Thränenstrom entrann aufs neue ihren Augen.Schon kämpfte sie mit dem Gedanken, ob sie nachgebensollte; da geschahen drei leise Schläge an die Thüre.Bei diesen Schlägen, die ganz eigner Art waren, fuhrSchleicher zusammen, erblaßte und rief unwillig: „Na,wer kommt gerade jetzt!" Die Witwe öffnete, und estrat ein einfacher, schwarzgekleideter Mann herein, welchermit herzlichen Worten grüßte und dann der Witwe einSchreiben überreichte. Dasselbe lautete: „Werthe Frau!Wir haben erkannt, wie Sie bisher als Witwe Sitten-reinheit , als Mutter Liebe und Treue gezeigt; wie Sie inLeid und Mangel sich doch ein gottergebenes Herz be-wahrt und also ein wahres Bild reiner Frömmigkeit gegebenhaben. Wir freuen uns darüber und erlauben uns Ihnenhiermit eine Unterstützung von 100 Thaler zu senden;auch sind wir bereits entschlossen, uns Ihrer Kinder an-