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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
Entstehung
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1. Kapitel.

Die Verlobung.

In einer reizenden Gegend des deutschen Vaterlandesliegt ein Dorf von mittler Größe. Es ist umgeben vonBergen und Wäldern, und hat ein schmuckes Kirchlein,welches auf einer Anhöhe liegt und weit über die Häuserdes Dorfes empor ragt. Nur ein Paar Schritte von demGotteshause entfernt steht das Pfarrhaus. Dasselbe ist miteinem großen schönen Garten geschmückt und hat vor seinemEingänge eine geräumige Laube, aus welcher mau eine Aus-sicht sowohl auf nahe Berge als auch in das Dorf hineingenießen kann. In dieser Laube standen im Jahre 18..in der Abendstunde am Himmelfahrtstage zwei Menschenmit lautschlagenden Herzen. Es war der Pastor Reich-mann mit seiner 18jährigen Tochter: Clara, welche heutemit einem jungen Manne, einem Arzte aus dem nahenStädtchen verlobt werden sollte. Sinnend spielte dieTochter mit den Zweigen des Jelängerjelieber, welche diewarme Frühlingssonne zeitig hervorgetrieben hatte, undmanches süße freudige Gefühl zog wie ein Frühlingswehendurch ihre junge Brust. Sinnend stand auch der zärt-liche Vater neben ihr. Er hatte eine Hand auf ihreSchulter gelegt, und sein Blick in den Abendhimmelhinein ward ein Gebet für das Glück seiner Tochter.Seine Gattin hatte er gar bald verloren und alle Liebenun auf seine theure Clara übertragen. Ob er nur baldkommen wird," riefen jetzt beide fast zu gleicher Zeit, und