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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
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alten Züge der Leiden scheinen auf seinem Gesichte ver-wischt zu sein, und es glänzen darauf nur die goldnenZüge der Freude und Zufriedenheit. Er tritt ein in dengroßen schönen Garten des Gutes, einen frischen 12jährigenKnaben an der Hand, welcher ihn auf jedem Schritte be-gleitet und unterstützt in seinen Bemühungen. Da wirdhier nach einer kranken Blume gesehen, dort eine andereangebunden; hier gejätet, dort gegossen; kurz eine Tätig-keit kettet sich rasch an die andere. Der glückliche Mann!Eine Welt ging ihm unter; aber zwei Welten waren ihmdafür aufgegangen. Die Natur- und Pflanzenwelt er-quickte ihn und die Maurerwelt erhob ihn. Auf demSchlosse, welches mit dem Gute verbunden war, hatte erja das maurerische Licht erblickt; und eben dort wurdennoch oft Versammlungen gehalten, denen er mit der größtenBegeisterung beiwohnte. Aber doch hatte er dabei keinenAugenblick aufgehört, Lehrer zu sein. Mit dem jungenFriedrich Treuenberg zusammen unterrichtete er die Söhneseines Herrn. Der Leser wird vielleicht-'denken, derUnterricht mag auch nicht weit her gewesen sein. Aberich muß ihn bitten, das Urtheil zurück zu nehmen. Gott-hold trug freilich keine gelehrten Spitzfindigkeiten, keinesystematischen Kenntnisse überhaupt vor; aber er hielt sichan das Nothwendigste, und dieses machte er den Knabenlieb und unverwüstlich. Er hielt seine Stunden in derRegel im Freien, wenigstens im Sommer. Da ging ermit seinen Kindern im Garten umher, besprach die Pflanzenmit ihnen, ließ sie benennen, erzählte Geschichten davon;und was die Hauptsache war, er zeigte sich dabei so sorg-sam und so zart gegen das kleinste Pflänzchen, daß diesePietät auf seine Schüler überging. Oft wurde der Garten