Unterhaltung daran knüpfen, als die Thüre aufging undder kleine Friedrich Treuenberg hereintrat. Er erkannteden Herrn sofort und lies aus ihn zu. Dieser drückte ihngerührt an sein Herz und freute sich über sein gesundesAussehen. „Habt Ihr Eigenthüinlichkeiten oder Unartenschon an ihm bemerkt?" wandte er sich an den Schul-meister. „Er hat nur einen Fehler, der aber zur Tugendwerden kann," erwiderte dieser; „er erzählt sehr gern unddabei kommt oft Drolliges zu Tage. Neulich sagte er,sein Vater sei ein Maurer gewesen und habe ein Schurz-fell gehabt, und als wir das nicht recht glauben wollten,so meinte er, wir sollten Sie nur fragen." „Hört nichtauf dergleichen Aeußerungen von ihm; verbietet es ihm na-mentlich in Gegenwart anderer Leute; Kinder schwatzen viel,aber manchmal richten sie damit auch Schaden an. Dochda fällt mir ein, was ich das vorige Mal vergessen hatte."Der Fremde zog ein blaues Band mit einem Medaillonaus dem Rocke. Er gab es dem Schulmeister mit denWorten: „Das ist hier ein Andenken für den kleinen Fritz,hebt es sorgfältig auf, daß es ja nicht verloren gehe; eskann später einmal sein Glück davon abhängen." DerSchulmeister besah es flüchtig, trug es dann in ein kleinesWandschränkchen, schloß ab und steckte den Schlüssel zusich. „So ist's recht," setzte der Fremde hinzu, „derAberglaube ist zu geschäftig, und an Alles was die Leutesehen und nicht gleich einsehen, spinnen sie ihre aben-theuerlichen und wunderlichen Geschichten an; es scheint,als könnten die Menschen ohne Gespenster nicht leben,und da die erhabne und schöne Welt unsres Gottes reindavon ist, so tragen sie selbst welche hinein. Um dasEine bitte ich Euch dringend, bewahrt mir das Kind vor
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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
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