Nein! die gesenkte Fackel hebt sich wieder;
Noch fristet sich das theure Leben hin;
Noch rührt ein Orpheuston der MeistertiederDen Hades und die sinst're Königin! —
Da steht das Bild, der schwer errung'ne Preis.
Ha! ich erkenn' in seinem WiderscheinMich selbst und diese Zeit; ein SternenkreisUmzieht die Heldenstirn des Wallenstein.
Heil dem Symbol! Mit andren Waffen fichtDie Welt dereinst! Es ruht der alte Streit:
Der Denker siegt, die Kunst und das Gedicht;
Vorbei ist die Gewalt und ihre Zeit.
Des Helden Ruhm ruht in der Gunst des Eros,
Der Sänger bürgt Unsterblichkeit dem Heros.
Wie seltsam schließt in ZanberkreisenRückwirkend mich die Dichtung ein!
Die Mitwelt liegt dem Blick des GreisenIn wunderbarem Ferneschein.
Tritt näher, Traum! Die müde Wimper sinket.
Mein Feldherr naht gleich einer Heldenmähr.
Sein Sternentrost vom Himmel niederblinket.
Und seine Kraft auf Erden ist sein Heer.
Komm', Spiegelbild aus dieser Tage Roheit,
Durch Dichtermacht verklärt zur edlen Hoheit,Erschließ' ein Zukunfträthsel dem Befrager:
Verkünde deine Deutung, Friedlands Lager! —
(Er sinkt schlummernd zurück. Der Vorhang fallt.Ouvertüre. Die verwandelte Scene öffnet sich:)
II. Aufführung vou Wallensttins Lager.