164 Von dem echten Eigenthum.
daß ich so glücklich werden möchte, den Dunstkreis dermich umgiebt, verlassen, und mich meinen Freunden,in meiner natürlichen Gestalt zeigen zu können, gedachthabe. Seyn sie indes versichert, daß ich auch wahreVerdienste von weitem kenne, und die ihrigen vorzüg-lich schätze.
Xt.M.
Von dem echten Eigenthum.
1 Achter allen mächtigen Begriffen und Ausdrücken, diesich aus der deutschen Denkungsart Md Spracheverlohren haben, ist keiner so vollkommen ausgewischekworden, als der von Ligen oder Eigenthum; kaum rei-chen, noch einige entlehnte Züge hin, ihn nur einiger-maaßcn zum Anschauen zu bringen. Und doch ist er fürdie Philosophie der Sprache sowohl als der Geschichtevon einem sehr erheblichen Werthe; man fühlt, daß sowie der Begriff sank und sortgieng, sich auch das wahreEigenthum verlohr. In der ersten Periode seines Ver-falls nennte man das w 'bre Eigenthum noch Lvbecht,oder wie wir es verdorben haben, Erberenschaft, andreGrfackr, woraus einige Torfirclit gemacht haben; undinder letzten fiel auch dieses Wort ziemlich weg^ wie mandaraus leicht erkennet, daß wir für die Gutsherrlichkeitwelche ein Eigenbehöriger erlangt, der sich heute sreykauft, und morgen seinen Hof mit einem von ihm abhän,genben Eigcnbehörigen besetzt, und für diejenige, welcheein echter Gutsherr hat, nur einerley Ausdruck und De-grif haben, ohnerachret jeder noch dunkel fühlt, daß die-ses