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3 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
273
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über den' tvestphalischen Leikeigenthuni. 27z

Leibeigner. Aber hier müssen wir erst die alte sächsische Ver-fassung näher betrachten.

Es ist unglaublich, aber ein aufmerksamer Leser der deut-schen Gesetze fühlet es, wie sehr der menschliche Verstandgearbeitet habe, diese Sachen zu ordnen, ehe und bevorMan Unrerchanen im heutigen Verstände oder eine Hoheit«erfunden hat, die sich auf den Boden des Landes und nichtMehr auf die Köpfe der Eingesessenen bezieht. Indessen ha-ben es die Sachsen s) hierinn allen Nationen iund selbstden Römern zuvorgethan, daß sie eine Art von Menscher»erfunden Haben, die zweydrittel Leibeigen Und eindrittel Frey,seyn sollten b). Sie hießen solche l-iroz und t-iron-z. wo-von die heutige Benennung von Lernen ihren Ursprung hat.Man kann sich schwerlich eine feinere Theorie gedenken.Denn der Mann der ein drittel Freyheit bar, ist doch nun-mehr im Stande einen Contrakt zu schließen; etwas Echt-und Recht zu haben, für ein drittel Eigmrhum c) zu be-sitzen, und solchergestalt auch für ein drittel ein Mitglieddes Staats zu seyn. Er hat zugleich seinen ganzen Leib ge-gen die Wrllkühr ftines Herrn gesichert, weil man nicht aufUvey drittel geschlagen werden kann, ohne daß nicht das

dritte

s) Die sächsische Nation ist die einzige gewesen, lvciche die Men»scheu in vier Claffen, nemlich in Edle, gemeine Eigenthümer,zweydrittel Knechte und ganze Knechte eüigetheilet hat,

d) Os t.iro oecilo klare ksrriD compolmonis ceäunr ilvmiaö, UN-tereia propinquis, V. t-ex. kris. De. I. K.; Die Folge ziehtsich von selbst-

r) Es ist vermuthlich hoch eine Folge hievon, daß man späte-den Leibeignen mäir-Lte zugestanden hat, ein Drittel ihres Gutszu verschulden, indem sie nicht eher abgeaufferk werden, als bissie dieses Drittel überschritten haben-

Mös parr. Phgnt. Ul. Th. O