226 Keine Plaggen dürfen aus einer Mark
können keine Plaggen mehen, und in den dreyen Tagen,worinn jeder für sich beschäftiget ist, wird er andern, nichthelfen können. Man lasse es also deym alten, da ein jedermehen konnte, wenn er Zeit hatte; gesetzt, unsere Männerscharreten bey müßigen Stunden ein paar Zuber mehr zu-sammen: so fressen wir sie doch nicht, und auf die Dauerkönnen wir doch nicht mehr nehmen, als unsre Gründe ver»tragen können. Es ist also kein Uebermaaß zu besorgen,und der müßte sein Fleisch und Blut wohl recht sehr hassen,der Plaggen zum Zeitvertreibe mehen sollte. Schaufeln istja so schon verboten, damit der Narbe nicht zu viel ver-schwendet werde, und dir elenden Heyde ist so viel, daß esja wohl auf rin paar Fuder weniger oder mehr nicht ankom-men wird.
Das läßt sich hören, versetzte der Holzgrafe; von denHollandsgängern müssen wir unser bestes Geld haben, undda der eine früh der andre später wieder kommt: so werdensich nicht wohl gewisse Tage festsetzen lassen. Aber wenn wirauch das ganze Jahr dazu offen lassen: so ist offenbar, daßdie Kötter und Heucrleute, die sich wie das Ungeziefer ver-mehren, und weniger Arbeit haben als die Erbmänner,dreymal mehr Plaggen zusammen krüppeln werden, als dievollwahrigen Erbleute. Was meinet ihr also, wenn maneinem jeden nach Erbesgerechtigkeit einen gewissen Districtzum Plaggen anwiese: so könnte rin jeder früh oder spätmehen, sparen oder verschwenden, schaufeln oder mehen,und sein Plaggenmatt so nutzen, wie es ihm am bestendünkte.
Auch damit sind wir zufrieden, riefen die Erbmänner,und wir sind bereit unsere Heuerleute nach dem Verhältniswie sie Land von uns miethen, auch die nothdürftige Plaggenaus unfern Lheilen zu gestatten. Jeder Wirth sieht sodann
wohl