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3 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
Seite
210
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2IS Vom Hüten der Schweine.

dem Stalle, wie einen Winterhirten, und wenn man dieSchweinezucht nicht zum allgemeinen Nachtheil des Lan-des vermindern will: so muß man um kleinerer Vortheilewillen, den grössern nicht verderben. Dennoch aber sindbeyde Theile nemlich die Gartenbesitzer im Dorfe, unddiejenigen so Schweine haken, selten darüber einverstan-den. Ein gewisser Mann stellte weiland Jhro Königs.Hoheit Ernst August dem Andern vor, wie die Schweinenicht allein die Kirchhöfe entwcyhetcn, sondern auch so-gar in die Kirche kämen, und den Gottesdienst störten;und Höchstdieselben ließen sich dadurch bewegen unterm2 Jan. 1718. eine Entschließung dahin zu fassen,

daß die Eingesessene des Dorfs ihre Schweine auchzur Wintcrzeit entweder hüten lassen, oder auf demStalle halten sollten.

Dies brachte endlich die Frage hervor:

Ob nicht Dorfqesessene schuldig waren ihre Gärtenso zu verwahren, daß kein Schwein hinein kom-men könnte?

Diejenigen, welche solche bejaheten, sagten oder konntensagen: „Der Kirchhof müsse sich selbst gegen den Anlaufder Schweine wehren; dies bezcugeten die daran befind-lichen Fallthüren und Rosten; Privatgärten könnten aberkein mehrers Recht verlangen, als die geweyhte Kirchhöfe;die Dorfgesessenen, die insgemein aus Krämern, Be-chern und Brauern, mithin aus vermögenden Leuten be-stünden, könnten mit rnindrer Beschwerde eine Maueroder ein Geländerwerk um ihre Gärten, als die Gemeindeeinen beständigen Hirten halten; sie brauchten überhauptnur mehrentheils die Gassenseite ihrer Gärten zu bewah-ren, und an die Außenseite würde kein Schwein kommen,wenn das Dorf gegen das Feld mit einem Schutzwerk ge-

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