Druckschrift 
3 (1778) Patriotische Phantasien
Entstehung
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L.H.

Vom Hüten der Schweine.

/H»s kommen jährlich viele Klagen darüber ein, baß dieSchweine auf dem Lande hie und da ohne Hirkenherumlaufen, und besonders den Gärten sehr vielenSchaden zufügen. So oft man aber diesem Unwesen vonPolicey-Amtswegen begegnen wollen, hat man gefunden,daß sich solches am wenigsten durch allgemeine Verord-nungen zwingen lassen wolle. Vielleicht ist die Aufklä-rung der solcherhalb vorhandenen Gesetze und Gewohn-heiten, eben so nützlich als irgend eine andre philosophi-sche Betrachtung. Andre mögen von Liebe und Weinsingen; ich will einmal den Schweinen folgen, und dieFälle, wo solche nach der Beschaffenheit des hiesigen Landesgehütet werden müssen oder nicht, zu bestimmen suchen.

Darinn daß die Schweine von Maytag bis Bartho-lomäus gehütet und in Acht genommen werden müssen,ist man fast durchgehends einverstanden. Der grössereDortheil, nemlich die Erhaltung der Kornfrüchte, wirdhier mit Recht auf Kosten des mindern gesucht; und mannennt jene Zeit die beschlossene Zeit. Meiner Meinungnach redet hier auch der Lag oder der Calender von selbst,und es bedarf solcherhalb jährlich keines besonder» neuenGebots. Wo aber die gute Witterung im Frühjahr einefrühere Schonung der Felder, oder die sich verspätendeErndte eine spätere Eröftiung derselben erfordert, da istein besonders Gebot nöthig; und dieses Gebot muß öf-fentlich verkündiget werden, wenn diejenigen, so vorMaytag oder nach Bartholomäi ihre Schweine ungehütetlaufen lassen, bestrafet werden sollen. Ein solches Ge-bot