So mag man noch im Alter lreben. §9
gute Folgen! wie viele schöne Tage in dem Winter, nachwelchen- wir keinen Frühling mehr zu erwarten haben!
Und wenn nun das junge Ehepaar glücklich ist? wenneS gute Gesellschaften bat die ich mit geniesten, und verlas-sen kann, so bald cs mir gefallt? wenn ihre Freunde auchdie meinigen werden, und alle sich vereinigen mir Lebe«und Freuden zu erhalten? Sollte ich sie dann nicht nochzärtlicher lieben! und sollte ich nicht die Siege mit gemes-sen, die sie über einander erhalten? Ich der Schöpfer ihresGlücks! und sie meine dankbaren Geschöpfe! -O Freund!N-eme Liebe schwärmt: aber liebend will ich sterben, undnicht ungeliebt dahin scheiden!
XVIII.
Vor die Empfindsamen.
geben so manchen guten Rath aus, und zwar oftan Leute die es nicht einmahl verlangen, vielweni-ger erkennen, daß Sie mir hoffentlich auch eine Priese da-von nickt versagen werden. Ich kann Ihnen dabey sagen,daß er für em recht liebes junges Mädgen seyn soll, beywelcher ich als Cammerjnngfer manche gute und auch man-che traurige Stunden habe. Das gute Kind laboriert,wie es selbst spricht, an der Empfindsamkeit, einer Krank,heit, welche erst seit wenigen Jahren in hiesigen Gegendenbekannt geworden ist, und in so kurzer Zeit so weit um sichgegriffen hat, daß man sie fast als epidemisch ansehen muß.Die Natur derselben, werden Sie am besten beurkhcilen,wenn ich Ihnen einige der häufigsten Anfälle davon erzählethaben werde. Sie ist immer erstaunend wemerlich; wievor zwey Jabren ihre Großmamma, eine steinalte Frau, diejm vorigen Jahrhundert ihr letztes Kindbette gehalten hatte,
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